12.04.04

Filmbörse

Der "18er-Raum" auf Filmbörsen hat etwas vom Portal zu einer ganz und gar postmodernen Subkultur, deren Dimensionen im gleichen Maße ernsthaft faszinierend, wie bedenklich erscheinen würden, wären sie nicht eben so dermaßen postmodern.
Man schlendert vorbei an Stapeln mit DVDs, deren Cover locken mit schlaglichtartigen Filmausschnitten und Designs, die "noch draller, noch härter, noch bestialischer" zu skandieren scheinen. Vor allem aber auch: Noch enttabuisierter. Jeder Fetisch wird hier angesprochen, ob Jungfrauen, die von Vampiren gefoltert werden, oder jenes eigentümliche Crossover-Genre aus harter Pornographie und Horror (im aktuellen Senses of Cinema-Artikel zu Joe D'Amato gibt es dazu einiges zu lesen). Das alles scheint bloß noch zeichenhaft und materialisiert - grauenhaft ist davon nichts mehr. Und man geht eigentlich recht gemütlich durch die Reihen.

Posted by Janis at 12.04.04 21:13 | TrackBack
Posted to im kino gewesen. geweint.


Comments

Schön umschrieben, das Phänomen. Man beruft sich ja auch in der Tat auf eine Zeit der "Video Nasties" - irgendwann so frühe 80er -, in der das alles noch shocking gewesen sein mag, in der ein klobiges, schwarzes Stück Plastik eine bis dahin kaum für möglich gehaltene Reise in die Tiefen des Schwarzen Kontinents (Mondo) oder ins Körperinnere (viel aus Italien) versprach. Wie sich diese Fankultur noch immer an längst abgeschliffene Begriffe und entzahnte ästhetische Strategien klammert, ist in der Tat bemerkenswert.

Posted by: Thomas at 25.04.04 13:05
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