Seifert, ehemaliger Schüler der Volkhovener Schule, wurde von über Jahre aufgestautem Hass getrieben: Hass auf Beamte, die seine Tuberkulose-Erkrankung nicht als Kriegsleiden anerkennen, Hass auf die Ärzte, die seine Ehefrau drei Jahre vor der Tat im Kindsbett nicht vor dem Tod retteten. Im Zweiten Weltkrieg hatte der Täter als Soldat der Wehrmacht gedient und eine Waffenschule besucht, sich in der anschließenden Kriegsgefangenschaft wahrscheinlich die Tuberkuloseerkrankung zugezogen.
Nach der Gefangenschaft versucht Seifert, als Polizist im Zivilleben Fuß zu fassen. Das Vorhaben scheitert: Nach nicht ganz einem Jahr entlässt ihn sein Arbeitgeber im Herbst 1946 wegen Dienstuntauglichkeit. Danach bekommt der Kriegsheimkehrer kein Bein mehr auf den Boden. Die Rente fällt schmal aus, weil die Amtsärzte den Zusammenhang zwischen Krankheit und Gefangenschaft nicht bestätigen wollen.
Posted by Janis at 11.06.04 15:56 | TrackBack| Sun | Mon | Tue | Wed | Thu | Fri | Sat |
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