Endlich wieder: Eine halbe Stunde lang eine isolierte Stimme im Raum, das Wenden der Blätter, Menschen in einem riesigen Halbrund - einer dabei, der sich ganz einsam vorkommen muss. Eine Atmosphäre fast wie beim jüngsten Gericht: "Bringe nun vor, was du zu sagen hast!"
Das Urteil. Die Gerichts Juryvorsitzende Frau Radisch verdammt eilig fast jeden in drei, vier Sätzen zu ewigen Höllenqualen. Fast grotesk war das schon gestern, als sie sich der Autorin Simona Sabato zuwandte und mehr oder minder wörtlich fragte, ob sie die Jury wohl "verarschen" wolle. Vom Rest der Juroren bekam der Text dann zuweilen viel Lob und eine etwas ignoriert stehen gelassene Frau Radisch zog letztlich einiges dessen, was sie eingangs gesagt hatte, wieder zurück.
Zwischendrin: Die Wasserkaraffen, Unschärfeziehungen bei den Kamerafahrten, die Brillenränder der Jury, angestrengte Augen, Fäuste, die sich aufstützenderweise in die Wangen pressen.
Endlich wieder also: Die Übertragungen der Bachmann-Preis-Lesungen auf 3Sat.
Posted by Janis at 25.06.04 14:52 | TrackBackSabato zurecht von Radisch verrissen !
Künstlerinnen wie Sabato unterstreichen meine Hassliebe zu Berlin - das schlimmste ist, dass sie zig Stipdenien in den Arsch geschoben bekommen - die Hackeschen Höfe lassen grüßen
Das mit der Butterdose und den Klopapieren soll originell gewesen sein ? -Mit dem Müll in der U-Bahn -
Und das im Surkamp Verlag?
Radisch ignoriert stehen gelassen? Eher nein! Miller brachte es dann irgendwie auf den Punkt.
In Klagenfurt war ich bisher zwei Mal (vor etwa 9 und 6 Jahren) - Ein Krokodil aus Stein auf dem Spielplatz im Stadtpark von ca. 4 m Länge. Beim zweiten Besuch war es enthauptet und an der abgeschlagenen, schon verwitterten Bruchstelle hatten sich Algen angesetzt.
Ein Spiegelbild der derzeitigen Österreichischen, v.a. KÄRNTNERISCHEN ! Gesellschaft
Vor einigen Jahren beglückte uns der Tourismusverband in Kärnten doch mit dem Slogan "Kärnten is a Wahnsinn"...
Posted by: Max at 25.06.04 16:49Klagenfurt II - Letzte Leser in der heutigen Sendung - ARNE ROß
Der Text von Arne Roß: großartige Prosa, ein alter Mann - niemals anbiedernd, nicht lamoryant
und stets den Ton treffend, zeichnet er glaubhaft den Charakter eines Endes an
ps: Ich meine doch, dass auf den Tischen ein stnknormaler GLASKRUG steht und keine Karaffe ! -dann eher doch: "Der elegische Blick auf die Lesebrille hinter dem Mineralwasserglas" ;-)
Posted by: Max at 25.06.04 21:34Recht haben Sie: Das ist wirklich nur ein Krug. Trotzdem schön, dieses verträumte Spiel der Kameraleute mit den Kohlensäurebläschen darin.
Übrigens: Es ist nicht so, dass ich Sabatos Text nun großartig gefunden hätte. Aber Radischs polemischen Telefonbuchvergleich hatte er dann doch nicht verdient.
Arne Roß fand ich auch sehr stark. Ebenso wie den - ja fast auch einhellig gefeierten - Uwe Tellkamp.
Posted by: Janis at 25.06.04 22:52| Sun | Mon | Tue | Wed | Thu | Fri | Sat |
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