16.07.04

Like Ebert. Nur schlimmer.

20 nach 7: Gerade einmal nachgeschaut, welche meiner alten (und sehr alten) Kritiken der Herr der Filmzentrale (A.T.) denn wohl inzwischen ausgegraben hat.
Wie befremdlich. Wie weit weg.
Schon ein kleiner Schock, festzustellen, dass man irgendwann einmal ein bisschen wie Ebert geklungen haben muss, nur halt: Fake-Ebert, mit halbem Herzen in seinem Kuschelstil schwimmend; verbunden mit zarghaften Ansätzen von "Analytisch-sein-wollen", was die Schreibe dann doch gänzlich zerfledderte.
Mantra-artige Einflüsterung: "Alles anders heute. Na klar." Dabei weiß ich das gar nicht, weil ja ewig nicht mehr (Verzeihung) "in length" über einen Film geschrieben.
Angst. (Ein bisschen).

Posted by Janis at 16.07.04 07:30 | TrackBack
Posted to aus einem kaum beschädigten leben


Comments

Alte Texte von sich lesen - oft ganz schlimm. Bei mir genau das gleiche. Schreibe deswegen auch gerade lieber "offen" und "anknüpfbarer". Lange Texte fallen mir zunehmend schwer. Auch hier deshalb seit längerem: Etwas Angst.

Posted by: Thomas at 16.07.04 11:33

Ebert? Nein. Nicht Ebert. Du schreibst "deutscher"; Ebert hingegen ist der amerikanische Prototyp eines Journalisten.
In deinen frühen Kritiken erinnerst du mich doch sehr stark an die Texte einiger Schreiberlinge von epd Film. Ich meine damit das beschreibende, wirklich be-schreibende, das dort doch noch sehr ausgeprägt ist.
Deine späteren Texte weichen davon ab, werden, wie du sagst, analytischer, punktueller. Und nicht mehr so deutsch, dezent-"emotional".

Ich weiß auch nicht, was ich mir einbilde, deine Kritiken analysieren zu wollen...

Posted by: Tobias at 19.07.04 03:41

Ich mag' lange Rezensionen seit längerem überhaupt nicht mehr, also mut zum kurzen Satz. Man muss dann zwar noch länger überlegen, aber letzten Endes ist es so doch viel schöner.

Posted by: Matthias at 24.07.04 20:34

Lieber Janis,
ist es so schlimm, sich entwickelt zu haben? Das wäre es nur, wenn nicht in deinen Anfängen immer auch schon deine Suche und dein Hinterfragen zu finden wären, die ich sehr schätze. In knappen, kalkulierten Sätzen wird manchmal das Offene verschluckt, die schnelle Auffassung zementiert. Klingen sie gut, sind sie beeindruckend, nicht immer klarer, finde ich. Ich mag an deinen früheren Texten gerade ihr "Unmodernsein" und eben ihre ausgesprochene Geduld, wenn es darum geht, auch scheinbar Unwichtiges zu betrachten. Soviel Zeit lässt sich kaum jemand. Und das ist oft schade. Keine Angst! Du solltest weiter Kritiken schreiben. Dass sie jetzt nur noch besser sein werden, weißt du selbst. Kürzer müssen sie nicht unbedingt sein.

Ach so: Allein wegen der von dir besprochenen, oft hochkomplexen Filme, an die sich sonst kaum einer wagt, sind deine Kritiken enorm wichtig - für die filmzentrale jedenfalls eine wirkliche und wunderbare Bereicherung.

Der Zentralenherr, mit allerbesten Grüßen

Posted by: Andreas at 09.08.04 00:37
Post a comment









Remember personal info?




Aus Gründen der Spam-Abwehr tragen Sie bitte den folgenden Zahlencode im Feld darunter noch einmal ein, bevor Sie Ihren Kommentar abschicken.