Rocha: "This terrorism directed at the cinema is really bad. It’s bad right from the moment you classify a film as ‘art-house’. Because no one talks about ‘artistic’ paintings, or novels, or poems – yet they talk about ‘artistic’ films."
In diesem (jetzt wieder veröffentlicht im wunderbaren Rouge-Magazin; via filmfilter) 1970er-Gespräch zwischen Glauber Rocha, Jean-Marie Straub, Pierre Clémenti und Miklos Janscó ist zwar vieles nicht unbedingt meiner "Kinosicht" entsprechend, aber im obigen Punkt hat Rocha unzweifelhaft recht: Über das Kino wird anders gesprochen - zumindest weitläufig. "Künstlerisch" als besonders nennenswert; "a work of art" als Qualitätsurteil. Im Gegensatz aber zum "Cinema Novo"-Vater Rocha denke ich nicht, dass diese Form von kritischer "Belächelung" bloß ökonomische Hintergründe hat. Eher scheint mir der Grund dafür in der "Jugendlichkeit" der Kunst Film an sich zu liegen. Im "Jahrmarktursprung" gewissermaßen und auch in der angeblichen "Technokratie" des Films: dem "Wunderwerk", als welches die "laufenden Bilder" noch erscheinen; ein Wunder, das der Film als Kunst in seinem "Image" auch nach über 100 Jahren noch nicht ganz hat abschütteln können.
Mir erscheint das Kino nicht "tot" - vielmehr leidet es noch immer unter einigen Geburtsschwierigkeiten.
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