07.08.04

Wie gerne ich...

doch manchmal diese Teleshopping-Sendungen im Fernsehen sehe und wie einem das keiner wirklich glauben will.
Aber diese Möglichkeit, komplett am ursprünglichen Kern der Dinge (Digitalkameras, Waschmittel, Küchengeräte, Schlagbohrer) vorbei und bloß gebannt auf die "Zeichensetzung" zu schauen, ist nirgendwo so schön gegeben, wie hier. Auf die umwerfende "Echtheit" des Bildes muss hier auf Gedeih und Verderb gebaut werden können - deswegen nur wird etwas, dem die Präsentierenden große Festigkeit und Stabilität zuschreiben, für ein paar Sekunden mit einem unter dem Tisch wie aus einem Hut hervorgezauberten Hammer malträtiert und deswegen nur ist es die ultimative Katastrophe, wenn das vorgestellte Utensil dabei zu Bruch geht. Denn: wenn etwas jetzt und hier und unter diesen sich überschlagenden Schreien der Moderatoren nicht funktioniert, kann es ja gar nicht und überhaupt nie funktionieren.
Alles ist das, als was es vorgestellt wird. Es braucht bloß Tempo und die entsprechende Zeichenverkettung. Streuung wird hier so vehement blockiert, wie ich es nahezu noch nie irgendwo gesehen habe. Kommt der "Experte fürs Heimwerken" ins Studio, wird nicht zugelassen, dass er auch nur entfernt irgendetwas sein könnte, als eben der "Experte fürs Heimwerken". Irgendein sonst eigentlich immer recht verlässlicher Strang des Denkprozesses scheint hier auf schier atemraubende Weise lahmgelegt zu werden, indem man schlicht mit den simpelsten Zeichen bombardiert wird:
Der Typ im Blaumann, der weiß, was er tut, bohrt ein Loch in ein Stück Holz und erklärt dabei, dass er macht, was er da macht, und dass es einfach ist. Zweck erfüllt. Warteschleife am Telefon. Beinahe könnte ich Stunden damit zubringen.

Posted by Janis at 07.08.04 06:22 | TrackBack
Posted to aus einem kaum beschädigten leben


Comments

Da bist du nicht der einzige. Ich sehe diese ganzen Dauerwerbesendungen ab und an auch ganz gerne. Die schaffen es doch tatsächlich einem auch die sinnlosesten Gegenstände als lebensnotwendig darzustellen. Außerdem finde ich es immer schön anzusehen, dass auch diese Menschen trotz solch einer Arbeit ihren Stolz bewahren können.

Posted by: Matthias at 07.08.04 15:08
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