27.08.04

Jüngst

wollte ich hier ein bisschen über Gaspar Noé schreiben. Oder über seine Filme. Oder zumindet über das Gefühl seiner Filme. Ich hab's gelassen. Das Dilemma mit diesem Mann: Man muss ihm moralisch begegnen und dann fühlt man sich ihm schon erlegen. Ansonsten kann man ihm wenig vorwerfen. Noé ist ein brillanter, ein technisch atemnehmender Filmemacher, dem es einfach passiert ist, ein Scheißkerl zu sein (als Autor von Filmen gesehen, versteht sich). Und wie widerlich dieses Gefühl ist, dass jeder Angriff, den man gegen ihn fahren möchte, in seinen Filmen schon mitreflektiert scheint. Man kann ihn ja fast lachen hören, wenn in Seul contre tous die im Soundtrack eingestreuten Gewehrschüsse die stillen Momente zerfetzen: Fühl mein Kino, Arschloch. Eisensteins "Kinofaust" hat sich hier noch 'nen Schlagring zugelegt und haut mitten in die Fresse des reflexions- und einlassungswilligen Zuschauers. In gewisser Weise ist dieses Kino des Primitiven reizvoll, in gewisser Weise ist es großartig. Aber es ist immer auch durchsetzt und bestimmt von Hass und dem Fasziniertsein von Hass - es kommuniziert das Gefühl, zu hassen.
Ich mag es einfach nicht.

Posted by Janis at 27.08.04 21:56 | TrackBack
Posted to aus einem kaum beschädigten leben


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