21.10.04

So gegen acht...

fahren ein Freund und ich in seinem maueralten, krakelenden Opel durch die Lande zwischen Braunschweig und Salzgitter. Irgendwann sitzen wir in einer Gartenlaube, die dem Freund eines Freundes gehört, und in deren Ecke (neben einem unpassenden, riesenhaften Schrank im Antikstil) ein Fernseher steht, an dem zwei Typen ein Video-Prügelspiel bestreiten. Es ist dunkel und eine merkwürdige Schönheit geht aus von diesen springenden, schlagenden, zuckenden Pixelbergen in utopischen Umwelten, auf die sich alle Augen richten.
Gegen elf fahren wir wieder nach Braunschweig zurück. Über die Landstraße und durch zahllose schlafende Dörfer. Vorbei an den nächtlichen norddeutschen Landschaften, den Äckern, den Lichtern, dem schwarzen Rauch von Verbrennungsanlagen, vor dem sich noch dunkler die Bäume und Sträucher abzeichnen. Irgendwo in der Ferne steht ein gewaltiger Industrieturm mit diesen roten Leuchten daran, die seine Höhe deutlich werden lassen. Erhaben, wie ein Untier ragt und wacht er über den leeren, dösigen Gegenden und in ihm wohnt der gleiche kleine Funke mythologischen Feuers wie in diesem Spiel, welches gewinnt, wenn man es bei Nacht und so leise und eben irgendwo in einem Gartenhäuschen sieht.
Manchmal mag ich es hier.

Posted by Janis at 21.10.04 04:07 | TrackBack
Posted to aus einem kaum beschädigten leben


Comments
Post a comment









Remember personal info?




Aus Gründen der Spam-Abwehr tragen Sie bitte den folgenden Zahlencode im Feld darunter noch einmal ein, bevor Sie Ihren Kommentar abschicken.