30.01.04

Joseph Haydn: The Complete Symphonies

Unter den sogenannten "Billiglabels" in der klassischen Musik gibt es (wenn man einmal Naxos nicht zu selbigen hinzuzählt) gegenwärtig keine Konkurrenz zu Brilliant Classics. Das holländische Unternehmen hat sich inzwischen einen hervorragenden Ruf darin erworben, die Lizenzen an zumeist äußerst hochwertigen und teuren Einspielungen für andere Labels aufzukaufen und diese dann unter der eigenen Flagge aufgrund von weniger Aufwand bei Verpackung, Booklet etc. weitaus günstiger zu verkaufen. Zu den beeindruckendsten Beispielen dieser Praxis zählen unter anderem die Brilliant-Classics-Veröffentlichung der ursprünglich bei Denon erschienenen und hinlänglich bekannten Gesamteinspielung der Symphonien Gustav Mahlers unter Eliahu Inbal und Herbert Blomstedts vielfach gerühmte Beethoven-Symphonien mit der Staatskapelle Dresden (ursprünglich auf Edel Classics). Letztere sind als Boxset (fünf CDs) beim Zweitausendeins-Verlagschon für ganze 7,99 Euro zu beziehen. Mit der Vorlage der 104 Symphonien Joseph Haydns in der Referenzaufnahme von Adam Fischer mit dem Austro-Hungarian-Haydn-Orchestra (bestehend unter anderem aus Musikern der Wiener Philharmoniker und Symphoniker und des Ungarischen Staats-Symphonie-Orchesters und daher technisch auf höchstem Niveau) scheint sich Brilliant Classics allerdings selbst übertroffen zu haben. Die Einspielungen, die von unwiderstehlicher Lebendigkeit und strahlendem Klang sind, waren zuvor als Zusammenstellungen von durchschnittlich gut zehn Symphonien beim Label Nimbus erschienen und kosteten pro Set nicht selten um die 50 Euro. Nun können sie alle zusammen auf 33 CDs in einer einzigen Box bezogen werden - für in der Regel knapp 50 Euro.
Eine bessere Gelegenheit, um diesen verspieltesten und filigransten aller Komponisten kennenzulernen, wird man nicht bekommen.

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29.01.04

"Entschuldigung, sind Sie das Ende der Schlange?"

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27.01.04

Update zur Kommentarmöglichkeit

Kommentare sollten jetzt auch auf den Archivseiten möglich sein, womit zu diesem Zeitpunkt rein technisch alles nach meinen Vorstellungen laufen sollte. Bleibt lediglich zu hoffen, dass das Integrieren der neuen Archivseite für den Februar keine Probleme bereiten wird. Daher sollten sich die Änderungen an der Darstellung selbst jetzt auch nur noch auf das Layout beschränken. Hier habe ich nun wegen des vollständig funktionierenden Archivs die auf der Startseite anzuzeigenden Einträge auf 14 reduziert (vorher 31) und die Uhrzeit bzw. den "permanent link" unter jedem Eintrag der deutschen Schreibweise angepasst.

Posted by Janis at 13:05 | Comments (0) | TrackBack

25.01.04

Jetzt auch kommentierbar...

In mühevoller Kleinarbeit ist es mir dank www.blogkomm.com gelungen, ein PHP-basiertes Kommentar-Tool auf der Seite zu integrieren. So kann jeder, der mag, meine Einträge hier annotieren. Leider klappt das Ganze trotz vieler Versuche noch nicht mit den Archivseiten.

Posted by Janis at 23:49 | Comments (0) | TrackBack

on film: Blind Beast (1969) by Yasuzo Masumura

"If it doesn't hurt, it doesn't satisfy me."

Blind Beast is now my very first encounter with Japanese cult filmmaker Yasuzo Masumura (1924 - 1986), and though I don't find it fully convincing, it has successfully aroused my curiosity to discover more of his work.

Masumura's film that builds around a blind sculptor and his relation to a female model he's kidnapped to use her for what is supposed to become his greatest statue, has passages (especially during the middle part) that feel so uninspired, it actually comes as a surprise that the final 15 or so minutes are indeed able to make up for all this. To sum it up: Before it becomes really interesting, the film features some faked seduction attempts by the model, in order to escape her situation, and some less-intriguing reflections on the blind artist's oedipal relationship with his dominant mother. Yet, as soon as the sculptor more or less accidentally kills his jealous mother to protect the model who got physically attacked by her, the film one had expected Blind Beast to be from the get-go, starts to unfold.

It becomes obvious that the abolition of any (social) barrier that tries its best to keep the human race at the apex of creation (to the artisit, it's his constantly observing mother; to the model, her chances and hopes to return to the "real world"), finally leads both main characters into a realm of uncontrolled passion, based on a situation that is almost everything - fascinating, determined, and cruel: He won't let her go (a fact she's fully aware of) and at the same time, she (by now inexplicably and yet still somehow logically also gone blind!) is the only one he's left with. What results are 15 minutes of sado-masochistic love-making, including biting each other, clawing, and finally, cutting off her extremities from her torso. This climactic act of boundless lust occurs when "the stench of his dead mother starts filling the air"; a remark that can be seen as a hint to their awareness of the consequences of their acts, and of a world outside. So the two blind lovers (with her sudden blindness by now appearing to be a further hint by Masumura towards the singularity, finality and irreversibility of this special situation) decide to finish what they call "the art of touching" by disabling her to continue carrying out this art form. In her own words, "in this world, it's the death penalty". As he cuts off her arms and legs, accompanied by her tormented, yet clearly orgasmic screams, we realize that Masumura's decision to limit the use of explicit, on-screen violence (as well as full nudity, which he actually never shows) to a minimum and to make these scenes "violent" rather through his use of sound, fits the film's topic and its characters perfectly: Instead of showing the model's arms being cut off, Masumura depicts the collapse of the statue the artist had created according to her body, intelligently suggesting that it's of no use anymore, as the real work of art is lying there - made of flesh, cut to pieces, swimming in blood.

Posted by Janis at 03:56 | Comments (1) | TrackBack

22.01.04

"Das ist eben nicht Hollywood"

Es kann eher peinlich sein, einen Film wie Lost in Translation nicht zu mögen und auch noch fest dazu zu stehen.

Heute von zwei Schulbekannten, die mich weniger gut kennen, zu hören bekommen, das sei "der beste Film seit langem" und "eben nicht Hollywood" (und darin natürlich implizierend, dass ich den Film nicht möge, weil es ja kein Film für "die Masse" sei). Als Cinephiler ist man in einer solchen Situation eigentlich früchterlich gegen die Wand gefahren. Man kann gar nicht anders, als - hoffnungslos arrogant - die eigene Elite in Sachen Filmbildung krampfhaft zu verfizieren versuchen. Man wirft mit Namen von großen "Tokio-Filmern" um sich - Marker und Wenders tauchen da ebenso hilflos auf, wie der peinliche Verweis, dass man auch siebenstündige Filme aus Ungarn am liebsten in einer Sitzung sieht. Und ganz ehrlich: Man fühlt sich hinterher fürchterlich blamiert darüber, dass Genie eines Béla Tarr auf die Lauflänge seiner Filme reduziert und ihn - schlimmer noch - für eine unverschämt eitle Autoprofilierung ausgenutzt zu haben.

Das Argument "Das ist eben nicht Hollywood" sollte daher am besten gar nie auftauchen, will man seinem Gegenüber solche Exzesse an belangloser Selbstbehauptung ersparen.

Posted by Janis at 20:20 | Comments (0) | TrackBack

Gegen G. A. Bells Einfallsreichtum

Menschen haben die Tendenz mit Verwunderung zu reagieren, wenn man ihnen zu erklären sucht, warum man eigentlich nicht mit Behagen telefoniert. Dabei geht es nicht um das Angerufenwerden, sondern das eigene Anrufen. Denn das ist nichts weiter als ein Akt zwischenmenschlicher Vergewaltigung auf der Kommunikationsebene. Die Frechheit des Aufzwingens und Raubens nämlich. Des Aufzwingens einer zweiohrigen - dadurch allein schon quasi intimen - Unterredung und des Raubens am Kostbarsten, der Zeit. Und es besteht sehr wohl ein Unterschied zwischen dem Ansprechen des Gegenübers und dem Anrufen, denn das Anrufen ist die brutalste Form der Kanalisierung auf sich selbst: Keine Chance mehr, hier noch in das Reich der Gesten zu flüchten. Ein "Hab's gerade eilig" ist am Telefon hoffnungslos desaströs; so, als würde man jemanden in einem "echten" Gespräch förmlich aus dem Weg stoßen. Doch während der Angerufene wenigstens noch die Chance auf einen halbwegs würdevollen Verlauf hat (wenn auch nur deshalb, weil er der Bestohlene ist), so unternimmt der Anrufer eigentlich schon mit dem ersten Klingelnlassen einen Akt der Gewalt.

Posted by Janis at 00:12 | Comments (0) | TrackBack

16.01.04

Fragmente aus dem Regal

Gerade eben an mein Bücherregal gegangen, wahllos einige Bücher herausgegriffen, irgendeine Seite aufgeschlagen und jeweils einen Satz abgeschrieben.

The final solution of Gothic architecture was one of self-negation: instead of defining space, it attacked it; instead of creating order on earth, it thrust instability into the heavens.

So sehen wir in der Natur überall Streit, Kampf und Wechsel des Sieges, und werden eben darin weiterhin die dem Willen wesentliche Entzweiung mit sich selbst deutlicher erkennen.

Die Unverschämtheit der rhetorischen Frage, "Was wollen die Leute haben!" besteht darin, daß sie auf dieselben Leute als denkende Subjekte sich beruft, die der Subjektivität zu entwöhnen ihre spezifische Aufgabe darstellt.

Die menschlichen Wesen sind uns gewöhnlich so gleichgültig, daß, wenn wir in eines von ihnen solche Möglichkeiten des Leidens und der Freude hineingelegt haben, es uns einer anderen Welt anzugehören scheint, sich mit Poesie umgibt und unser Leben zu einer tief bewegenden weiten Landschaft macht, in der es uns je nachdem näher oder ferner ist.

Doch wenn es dir beliebt, wüßt ich auch gerne, wieviel wir noch zu gehen haben, denn es steigt der Hang, steigt höher als mein Auge.

Dass dies diejenige Tat heute war, die mir bislang als am sinnhaltigsten erschien, sagt wohl einiges über diesen Freitag, den 16. 01. aus.

Posted by Janis at 18:46 | Comments (0) | TrackBack

14.01.04

Bedenkenswertes

Die "Pride of America" ist heute in Bremerhaven aufgrund von Sturm und eines defekten Ventils zur Hälfte gesunken.

Posted by Janis at 15:51 | Comments (0) | TrackBack

12.01.04

Nein, dies ist keine Homepage...

Der latent abfällige Kommentar einer Freundin ("Deine Seite ist ja wohl voll Scheiße.") veranlasst mich dazu, ein paar Kleinigkeiten zur Natur eines Weblogs in aller Kürze und Unvollständigeit klarzustellen. Weblogs sind - sehr vereinfacht - wie Tage- oder Notizbücher im Internet und sind ein Phänomen. Es gibt keine stärker unmittelbaren Übertragungen vom Denken zum überall abrufbar Niedergeschriebenen als Weblogs, denn diese obliegen keinen Regeln, keinen Prüfungen und Korrekturen und sind reine Intuition, vollkommene Spontaneität und zwangloser, absolut direkter Ausdruck. Manche meinen gar, ein Weblog sei der am wenigstens verschleierte Blick in den Gedankenstrom seines Erschaffers und sei damit natürlich sehr viel mehr als ein Tagebuch. Wo das Tagebuch die Ehrlichkeit zumindest gegenüber sich selber verlangt, ist das "Blogging" - aufgrund seiner öffentlichen Natur - auch eine ideale Platform für unüberprüfbare Halbwahrheiten, für Fragmentarisches, Unzusammenhängendes und Illusionen. Die Auflösung jeder schreiberischen Pflicht an sich und gegenüber wem auch immer macht das Blogging so faszinierend. Weblogs sind in einem hohen Maße demokratisch, denn sie sind äußerst einfach zu benutzen und binnen von Sekunden ist jede Meinung von der ganzen Erdenbevölkerung abrufbar. Weblogs sind die Verwirklichung der hehrsten Ideale des Internet. Sie sind eine Revolution der Art, wie publiziert wird. Nämlich das nahezu vollständige Ende der Filterung und alle Gefahren und Probleme, die damit einhergehen machen die Sache umso reizvoller. Ihre Eigendynamik untereinander ist mächtig, weil es kein Zentralorgan gibt und nichts, woran es sich zu halten gibt. Deswegen, liebe Denise, ist dies auch keine Homepage, keine "Seite", sondern eben nur das, was es ist: Ein Weblog. Und in seiner erst kurzen Lebenszeit bislang auch kein gänzlich schlechter, wenn ich das behaupten darf. Empfehlenswert ist zur Vertiefung der gesamten Thematik vor allem dieser Artikel.

Posted by Janis at 16:55 | Comments (1) | TrackBack

11.01.04

Schmierige Querverweise

Am vergangenen Freitag sah ich einen brasilianischen Kurzfilm von José Roberto Torero, A Alma do Negócio (1996), der seine Ideen zwar durchgehend überstrapazierte, aber doch Momente hatte, für die er sich lohnte. Er zeigt ein junges Paar, das sich den gesamten Film über wie in einem Werbespot verhält und jeden Gegenstand ihres Haushaltslebens dem Zuschauer unter Nennung des jeweiligen Herstellers und mit seinen besonderen Qualitäten anpreist. Am Ende schlägt alles - natürlich mit der Vorstellung von Messern, Kettensägen und Fleischwölfen - in groteske Gewalt um. Schön und gut. Der beste Moment des Filmes kommt jedoch kurz davor und an den Reaktionen im Publikum konnte man vorzüglich ablesen, wer die eingängigsten Skandalfilme kannte und wer nicht. Sie zu ihm: "Gib mir doch mal die Butter von Bertolucci."

Posted by Janis at 04:11 | Comments (0) | TrackBack

10.01.04

Desperately needed DVDs

Out of some gushy mood and inspired by this wonderful article from MoC I just decided to put together my own list of films that I'm most longing for to have at home on DVD. I haven't included those that already have a set (even if only vague) date for DVD release in the future. So, I've come up with these:

Jeanne Dielman, 23 Quai du Commerce, 1080 Bruxelles (Chantal Akerman, 1976)
Make Way for Tomorrow (Leo McCarey, 1937)
None Shall Escape (André De Toth, 1944)
Note: Not a single one of these three is even available on VHS.

Au hasard, Balthazar (Robert Bresson, 1966)
Mouchette (Robert Bresson, 1967)
Pickpocket (Robert Bresson, 1967)
Trial of Joan of Arc (Robert Bresson, 1962)
Note: At least some other Bresson masterpieces (such as The Devil Probably (1977), Lancelot du Lac (1974), and A Man Escaped (1956)) are going to be released by Artificial Eye in the UK - not to mention Criterion's probably stunning DVD edition of Diary of a Country Priest (1951) which will be out next month.

Case of the Missing Switchboard Operator (Dusan Makavejev, 1967)
A City of Sadness (Hou Hsiao-hsien, 1989)
Domestic Violence (Frederick Wiseman, 2001)
The complete Histoire(s) du cinéma (Jean-Luc Godard, 1989 - 1998) with English subs - so far only available as an extremely expensive DVD-boxset in Japan with Japanese subs only
Le Jolie mai (1963) and virtually every other work by Chris Marker despite the already released La Jetée (1962) and Sans Soleil (1983)
Kings of the Road (Wim Wenders, 1976)
On Dangerous Ground (Nicholas Ray, 1952)
Out 1: Noli me tangere (Jacques Rivette, 1971)
The Round-Up (Miklós Jancsó, 1965)
Sansho the Bailiff (Kenji Mizoguchi, 1954)
The Story of the Late Chrysanthemums (Kenji Mizoguchi, 1939)

... and the early works of Abbas Kiarostami and almost the whole oeuvre of Mikio Naruse, Charles Burnett, and Edward Yang.

Posted by Janis at 00:37 | Comments (8) | TrackBack

09.01.04

Unvollständige Finalmomente

Heute im Kino gewesen. Carlos Sorins Historias mínimas. Angenehmer, netter Film wohl, nur leider war ich zu müde, um ihn wirklich zusammenhängend zu sehen. Das Ende jedenfalls wurde dadurch erheblich getrübt - oder auch nicht, wie man's nimmt. Diese vorletzte Einstellung: Die weibliche Hauptfigur, im Bus sitzend, packt etwas aus und schaut dann in den Spiegel eines Schminkkastens. Keine Ahnung warum, aber der Moment bleibt haften. Dann der letzte Schnitt, die Kontextsetzung quasi: Vom Close Up des Gesichts im Spiegel auf die Halbnahe von vorne auf die Protagonistin. Ganz hinten im Bus ein weiterer Charakter des Films. Ein großartiges Ende... vielleicht. .

Posted by Janis at 23:06 | Comments (5) | TrackBack

07.01.04

Wille contra Umsicht

Gestern beim Einbauen eines DVD-Brenners in den heimischen PC fast irgendein wichtig aussehendes Teil vom Motherboard abgebrochen, weil ich auf den Widerstand, der sich mir beim Einsetzen des Laufwerkes bot, mit verstärktem Druck reagiert hatte. Ganz schnell alles zurückgebogen. Die Konsequenzen meiner Unbeholfenheiten sind kaum mehr zu sehen.

Posted by Janis at 00:09 | Comments (0) | TrackBack

06.01.04

Winterreise

Gestern seit langem mal wieder gereist und das gar mit dem Zug. Braunschweig - Hannover. Nicht weit, aber dennoch schön. Ich fuhr erster Klasse und hatte mir dafür noch eilig eine Ausgabe der ZEIT gekauft, die ich zwar schon gelesen hatte, aber man kann ja nicht ohne ein hochwertiges Blatt in ein steril-sauberes Bahnabteil mit Mittelarmlehnen und Kopfkissen steigen. Schnee lag und der Bahnsteig wirkte seltsam entrückt mit seinen rot und gelb leuchtenden Signalen, die verstohlen in die metallisch-eisige Stahl- und Betonlandschaft blickten. Es ist nicht die Art von Schnee, die auch nur im Ansatz etwas "verzaubern" könnte, die wie eine Decke über der Erde liegt. Eher die, welche dünn und beinahe wie verstreut liegt und die Gräser und Sträucher unter sich mit ihren Spitzen hervorstehen lässt. Dadurch entwickelt sich ein Bild von Unruhe, dessen Elemente der unteren Ebene dem verzweifelten Anlauf zu widerstehen scheinen, vollends begraben zu werden. Das wirkt trist, weil zunächst gleichmäßig und dann doch irgendwo innerlich chaotisch und entsetzt. Bilder, ein wenig wie aus einem Angelopoulos-Film. In der ersten Klasse wurde man direkt nach dem Anfahren kontrolliert. So soll's auch sein. Die Dorfbahnsteige unterwegs wirkten durch mein Fenster gespenstisch und verlassen und irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass das Fenster selbst noch einen Graufilter über die Sicht nach draußen legte, denn so trübe kann es noch nicht einmal auf leblosen Bahnhöfen auf dem Land sein. Man konnte die Kälte draußen beim Blick aus dem Fenster auch im wohlklimatisierten und kontrastierend hellen Abteil förmlich am ganzen Körper spüren. Der Reiz ging verloren, desto mehr die Lichtverhältnisse von Dämmerung in Nacht übergingen. Denn das behagliche Dunkelblau der Nacht legt wieder gänzliche Ruhe über die Grenzhaftigkeit der Dämmerung. In Hannover dann "Le Temps du loup" und "The Human Stain" angesehen, nachdem der freundliche, aber bestimmte Herr an der CinemaxX-Kasse mir mitteilte, dass die Vorstellung von "Lost in Translation", der eigentlich anstelle von letzterem Film auf meinem Programm war, nur für solche sei, die die Karten irgendwo gewonnen hätten. Egal. Keiner von beiden Filmen war so erwähnenswert wie die Hinfahrt. .

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05.01.04

Ein Leuchten im Winter

Vorhin aus dem Fenster geschaut und mich gewundert, wie es morgens um zwei so hell sein kann.
Aber es liegt ja Schnee und vielleicht steht auch der Mond am Himmel. Kann mich jedoch nicht aufraffen und ihn suchen.

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03.01.04

Was die Welt dringend braucht...

Um das Aufstehen zu erleichtern, neigt sich der Sessel sanft nach vorne, und die Sitzfläche hebt sich.(Quelle: Artikelbeschreibung bei eBay.de) Endlich, eine Aufstehhilfe: Das ist keineswegs nur etwas für ältere Menschen - das ist etwas für mich. Danach habe ich immer gesucht. Das könnte mein Leben auf immer verändern.

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02.01.04

Weltschmerz

Welt|schmerz Schmerz, Trauer über die Unzulänglichkeit der Welt gegenüber dem eigenen Wollen u. den eigenen Ansprüchen
(aus: Wahrig Deutsches Wörterbuch)

Vollkommen peinlich, nicht?

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01.01.04

Gedanken zur Aufklärung

DIE ZEIT widmet sich in ihrer Ausgabe 02 / 2004 im Feuilleton aus Anlass des sich am 12. Februar zum 200. Mal jährenden Todestages Immanuel Kants der Frage "Was ist Aufklärung?" und sammelte dafür die Meinungen von acht Denkern - von Karim Modschtahedi bis Kardinal Lehmann.

Alexander Kluge: Ich habe mal einen Film über einen Kantianer gemacht, einen Wiener Doktor, der einen Schrotthändler zu behandeln hatte. Der klaubte die Munition, die die Japaner in China verschossen, von den Schlachtfeldern zusammen und transportierte sie nach Japan zurück, damit alles erneut in Munition verwandelt und verschossen werden konnte. Die Talion – Gleiches mit Gleichem – wendet der Doktor nun so an, dass er den entzündeten Blinddarm herausnimmt und dem Patienten das Leben rettet. Doch dann deponiert er ihm ein kleines infiziertes Zigarettenstanniolpapier in die Wunde – damit dem Schrotthändler an Schrott geschehe, was sein Schrott wert ist. Das wäre Kant.

(c) ZEIT.DE Lesenswerte Gedankensammlung.

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