31.05.04

Oldboy auf DVD

Kaum ist er in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet worden, schon gibt es ihn in Korea auf DVD: Chan-wook Parks viel beachteter Oldboy.

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30.05.04

Seit längerem...

mal die Überlegung gehabt, auf Premiere Planet etwa ein Dutzend Folgen Best of Seasons aufzuzeichenen und dann einen Marathon zu veranstalten: 12 Stunden mit Begriffen wie "Hermann-Göring-Matador" (denken Sie nichts Falsches, das ist (beziehungsweise war) ein Hirsch), "DDR-Rekord-" und "Zwo-B-Hirsch" und Sätzen, die Phrasen wie "durch eine gute Kugel erlegt" und "durch einen glücklichen Umstand gestreckt" enthalten. Dazu: Minutenlange Einstellungen von aufgeschnittenem Wild, das durch Feld, Wald und Wiesen geschleppt wird.
Das alles präsentiert von gesetzten Herren der oberen Einkommensschicht, in Trachten und stets mit Doktortiteln vor dem zumeist wohlklingenden Namen.

Jäger und Angler. Sehr skurril.

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London leben

Gerade entdeckt: London leben - Notizen aus der grossartigsten Stadt der Welt, das sehr lebendige Blog eines Deutschen in London.

Durchaus lesenswert für Menschen mit einer gewissen Affinität zu dieser Stadt.

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Hoffnungslose nostalgia (wohl)

houndklein.jpg

Den habe ich mal nachts in einem Hotelzimmer im Fernsehen gesehen und fand ihn wunderschön. Vor allem die Außenkulissen, die allesamt ganz ungeniert nach Studio aussahen, aber doch mehr Ehrlichkeit und Atmosphäre hatten, als die computergenerierte Perfektion von heute. Das wirklich Schöne daran: Hier wird nicht mit allen Mitteln eine vollkommene Illusion, ein "Simulacrum", zu erzeugen versucht, sondern alles - sei's intendiert, oder (eher) aufgrund von technisch-finanziellen Engpässen - rettet sich ein Stück von der Andeutung bleibenden Darstellungsart der Bühnenwelt: Kostüme, Requisiten, Bauten - alles weiß um seine Unvollständigkeit, Idealisiertheit, Künstlichkeit.
Man macht es nicht perfekt, sondern einfach das Beste aus dem, was man hat. Wenn es in heutigen Horrorfilmen um den perfekten Thrill und Schock geht, der sich von der Leinwand mühelos heruntertranskribiert in die vom Film an sich quasi separate Reaktion des Zuschauers, so muss es früher noch Teil des "Thrills" gewesen sein, dass man seine Geburt aus dem Künstlichen heraus erleben durfte: Es ging (auch) um Filme und Filmemachen. Dadurch wurde der Grusel "wohlig", weil er (im) Film blieb.
So etwas könnte man heute eigentlich mal wieder machen. Aber dann bitte ironiefrei.

(Quelle Poster: MovieForum.com)

Posted by Janis at 00:43 | Comments (1) | TrackBack

29.05.04

[it may not always be so; and i say]

it may not always be so; and i say
that if your lips, which i have loved, should touch
another's, and your dear strong fingers clutch
his heart, as mine in time not far away;
if on another's face your sweet hair lay
in such a silence as i know, or such
great writhing words as, uttering overmuch
stand helplessly before the spirit at bay;

if this should to be, i say if this should be –
you of my heart, send me a little word;
that i may go unto him, and take his hands,
saying, Accept all happiness from me.
Then shall i turn my face, and hear one bird
sing terribly afar in the lost lands.

- E. E. Cummings

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28.05.04

So wurde zum ersten Male

meine Traurigkeit nicht mehr als etwas Strafbares angesehen, sondern als ein unverschuldetes Übel, das man offiziell als einen nervösen Zustand anerkannte, für den ich nicht verantwortlich sei; es wurde mir also die Erleichterung zuteil, daß ich keine Bedenken mehr in die Bitterkeit meiner Tränen zu mischen brauchte, ich konnte weinen, ohne schuldig zu sein.

(Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Erster Band: In Swanns Welt, S. 54)

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Are you pro-porn?

It's unbelievable that we get this question every so often. What do you think? OF COURSE WE ARE NOT PRO-PORN! Think people! Let's put the pieces of the puzzle together. Pastors. Church. Accountability. The PorNO! Pledge. Prayer Wall. Does that sound like we are pro-porn?´

(aus den FAQ der XXXChurch | via Spiegel Online)

Irgendwie hat man ja doch das Gefühl, bei diesem Namen sollten sich die Betreiber der Seite über derartige Fragen nicht wundern.

Posted by Janis at 19:03 | Comments (0) | TrackBack

27.05.04

roofs and antennas II

roofsandantennasII.jpg

Posted by Janis at 21:28 | Comments (0) | TrackBack

roofs and antennas I

roofsandantennasI.jpg

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26.05.04

The NFT

Vom 14. bis 18. des kommenden Monats werde ich in London sein. Im National Film Theatre des BFI laufen Filme von Sjöström und Jacques Feyder.
Irgendwas davon werde ich wohl schon erwischen - bevorzugterweise ja La Kermesse héroïque (1935) des letzteren.

Außerdem war ich noch nie im NFT.

Posted by Janis at 23:16 | Comments (0) | TrackBack

Eine der...

eigenartigeren Sachen, die man lernt, wenn man beginnt, Kontaktlinsen zu tragen: Man kann sich wenn's drauf ankommt wirklich relativ hemmungslos ins Auge fassen.
Ansonsten: Noch etwas gewöhnungsbedürftig, manches noch ein wenig verschwommen, der größte Teil der Welt aber schon sehr schön.
Wollte ich nur mal mitteilen.

Posted by Janis at 17:22 | Comments (0) | TrackBack

25.05.04

Einfach großartig,

das muss gesagt werden, ist das neue Filmfilter-Blog bei Jump Cut:

Hier gibt es Links zu, Zusammenfassungen von deutschsprachigen Texten zum Film. Vorzugsweise, aber nicht ausschließlich abseits der ausgetrampelten Wege. Unser kleiner Film-Perlentaucher.

Außerdem: das Newsblog (Neuigkeiten zu Filmprojekten) und ein weiteres mit dem Titel Nichts als Film (Zitate aus Büchern, aus dem Netz, Trouvaillen und Kuriosa).

Posted by Janis at 21:42 | Comments (4) | TrackBack

Michael Snow im Arsenal

Einem der größten lebenden Experimentalfilmemacher, Michael Snow, wird im Berliner Filmkunst-Tempel Arsenal ab Juni eine vollständige Retrospektive gewidmet.

Lesen Sie's nochmal. Das ist kein Scherz.

Wenigstens für die folgenden Snow-Filme sollte es mich eigentlich unbedingt mal wieder nach Berlin verschlagen:

Wavelength und WVLNT (Wavelength for Those Who Don't Have the Time) (1967 und 2003) - Screening am 05. 06.

'Rameau's Nephew' by Diderot (Thanx to Dennis Young) by Wilma Schoen (1974) - satte 270 Minuten lang, am 12. 06.

La Région centrale (1971) - am 26. 06.


Gewiss wird das aber wieder mangels Mobilität scheitern. Gott, ist das bitter.

Posted by Janis at 21:24 | Comments (0) | TrackBack

24.05.04

Neue Sicht

Ich weiß nicht, wie lange ich jetzt wirklich jeden Tag meines Lebens von früh bis spät eine Brille getragen habe. Jedenfalls hatte ich noch vor der ersten Klasse die erste meines Lebens bekommen - und selbst das ist jetzt gut zwölf Jahre her. Seitdem dann auch tatsächlich nie ohne. Ich war kein Kind, das sich dagegen wehrte oder es als besonders schlimm empfand, so ein Ding nun tragen zu müssen. Folglich habe sie auch nie irgendwo "vergessen" oder "verloren", hatte ich sie doch immer getragen. Ging auch gar nicht anders - ich sehe wirklich nicht sonderlich gut. Keine Ahnung, wie viele von diesen scharf riechenden feuchten Putztüchern ich in meinem Leben verbraucht habe und immer wieder wunderschön: Das Säubern der Gläser vor jedem einzelnen Kinobesuch. Nicht draußen, sondern im Saal, auf dem Platz. Ein Stück "Tick", eine kleine Macke. Auch: Das kurze Gefühl von Hilflosigkeit, wenn man im Winter aus der Kälte hereinkommt und die Sicht mit einem Mal weg ist, die Gläser für einen Moment beschlagen.

Wie es aussieht, bekomme ich morgen / heute Kontaktlinsen.

Posted by Janis at 01:09 | Comments (0) | TrackBack

Bedrohlich

Es wirkt ganz so, als wäre mein in etwa anderthalb Metern Höhe angebrachtes CD-Regal im Begriff, aus der Wand zu brechen. Hoffnungslos überfüllt hat es sich bereits in erheblichen Ausmaßen nach vorne gebeugt. Die CDs, die lose obenauf liegen, sind nunmehr an den äußersten Rand vorgerutscht und erst jetzt fällt mir das alles auf.
Wenn ich nichts tue, so scheint mir, erwache ich bald aufgeschreckt von ohrenbetäubendem Krach und dann liegen sie alle da, friedlich beieinander: Bach und Schönberg, Webern und Bruckner.
Ich sollte es nicht so eindringlich ansehen.

Posted by Janis at 00:52 | Comments (0) | TrackBack

Von einem Freund...

neulich mitgeteilt bekommen, Super RTL (oder doch RTL II?) habe den animierten Hasen abgesetzt, der mit eisig-knatternder Roboterstimme in tiefster Nacht schmachtvolle Zuschauerbriefe Zuschauer-SMS vorzulesen pflegte.
Konnte das noch nicht überprüfen, aber angeblich sollen es jetzt zwei "Moderatoren" sein, die die Aufgabe von "Meister Lampe" übernommen haben. Das wäre natürlich ungleich weniger faszinierend.

Posted by Janis at 00:40 | Comments (0) | TrackBack

22.05.04

Die Kulturstaatsministerin

Auf dem anderen, dem Nicht-Weingartner-Empfang also sprach die famose Frau Weiss: "Wir haben den Durchbruch geschafft!" Als ob sie gerade höchstpersönlich die Marneschlacht gewonnen hätte. Panzergruppe Weiss marschiert auf Paris. Vor einem Jahr hatte sie an gleicher Stelle noch erklärt, dass Cannes ja längst nicht mehr so wichtig sei, schließlich hätten "wir" "unsere" Berlinale. Und überhaupt sei der Autorenfilm ja längst tot. Jetzt also der Durchbruch. Und wer ihr zuhörte konnte fast glauben, dass Christina Weiss und nicht Hans Weingartner Regie geführt hätte. "Fürchterlich" meinte ein Produzent ungefragt zum Auftritt der Ministerin. Wir wollen ihn hier jetzt lieber nicht mit Namen nennen, aber ein kleiner Independent ist er nicht.

(aus Rüdiger Suchslands Cannes-Tagebuch bei artechock.de)

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21.05.04

Rafael Rozendaal

On and Off

[via eier erbsen schleim & zeug]

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[VOR MEIN]

VOR MEIN
wetterleuchtendes Knie
kommt die Hand zu stehn,
mit der du
dir übers Aug fuhrst,

ein Klirren
holt sich Gewißheit
im Kreis, den ich zog
um uns zwei,

manchmal freilich
stirbt der Himmel
unsern Scherben
voraus.

- Paul Celan

Posted by Janis at 03:19 | Comments (0) | TrackBack

Ehmals und jetzt

In jüngern Tagen war ich des Morgens froh,
Des Abends weint ich; jetzt, da ich älter bin,
Beginn ich zweifelnd meinen Tag, doch
Heilig und heiter ist mir sein Ende.

- Friedrich Hölderlin

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19.05.04

torture babe

Für die Landjungs hier bist du ein Untermensch, wenn du einer anderen Rasse oder Nationalität angehörst. So wachsen Mädchen wie Lynndie auf. Iraker zu foltern ist in ihren Augen nichts anderes, als Truthähne zu schießen.

("Frau aus Lynndie Englands Heimatdorf" im Daily Mirror | zitiert nach Die Presse)


Es liegt im Mechanismus der »pathischen Projektion«, daß die Gewalthaber als Menschen nur ihr eigenes Spiegelbild wahrnehmen, anstatt das Menschliche gerade als das Verschiedene zurückzuspiegeln. Der Mord ist dann der Versuch, den Wahnsinn solcher falschen Wahrnehmung durch größeren Wahnsinn immer wieder in Vernunft zu verstellen: was nicht als Mensch gesehen wurde und doch Mensch ist, wird zum Ding gemacht, damit es durch keine Regung den manischen Blick mehr widerlegen kann.

(Theodor W. Adorno, Minima Moralia - Reflexionen aus dem beschädigten Leben, aus dem 68. Aphorismus)

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Jawollja.

Es lebe die republikanische Monarchie!

(Schlagzeile bei heute.t-online.de)

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Imamura on TV

Heute um 22:40 Uhr auf ARTE:
Die Ballade von Narayama von Shohei Imamura.
Der sei dringlichst ans Herz gelegt.

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18.05.04

Claudio Monteverdi: L'Orfeo

Mal wieder ein neuer Eintrag in der Reihe "Kaufen Sie das ruhig":
Emmanuelle Haïms L'Orfeo-Einspielung ist perfekt. Und Monteverdi ja sowieso.

orfeoklein.jpg


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17.05.04

Gabin

Gerade mal bei tvtv.de "Jean Gabin" in die Suche eingegeben, um zu sehen, was in den nächsten Tagen noch alles anlässlich seines 100. zu sehen sein wird, da fiel mir neben dem Film Der Bulle dessen kategorisierende zwei-Worte-Beschreibung auf: Unsentimentaler Gangsterfilm.
Demnächst auch: Unkomischer Historienfilm und Unerotische Dokumentation.

Posted by Janis at 21:40 | Comments (1) | TrackBack

16.05.04

Gestern

um kurz nach drei Uhr morgens auf dem Heimweg von einem Treffen mit einem Freund: Auf fast menschenleerer Straße kommt mir ein Typ entgegen, fragt mich, ob ich ihm einen fünf-Euro-Schein wechseln könne. Ich helfe ihm aus. Er behauptet, mich irgendwoher zu kennen. Kurz angebundene Reaktion meinerseits: "Ist das so?"
Es stellt sich heraus, dass wir zusammen auf der selben Grundschule waren; wir kennen sogar noch die selben Leute. Er hört trotzdem nicht auf, "Sie" zu mir zu sagen. Sein Gesicht kommt mir überhaupt nicht bekannt vor.
Ich finde das fehlende zehn-Cent-Stück nicht. Gebe ihm stattdessen zwanzig, ohne dass er es merkt. Ich will ihn loswerden - weshalb, weiß ich beim besten Willen nicht.
Ganz seltsam.

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nightmusic II

nightmusic2.jpg

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nightmusic I

nightmusic1.jpg

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15.05.04

In Cannes

werden es heute 21 °C.
Heute zu sehen: Five von Kiarostami und Moolaade von Sembene.
Braunschweig: 15 °C.
Im Kino: Dirty Dancing 2, Troja, Van Helsing.

Nun gut. Das ist albern.

Posted by Janis at 13:12 | Comments (1) | TrackBack

The Saddest Music in the World

Guy Maddin has reached a new expressive plateau with The Saddest Music in the World. It reprises the key elements of his previous work -- the look and feel of scratchy late silents and early talkies (mainly black and white, with a few lush interludes in two-strip Technicolor) and themes involving Canada, amnesia and other forms of repression, war and wartime loss, oedipal conflict, mutilation, and unabated romantic despair -- all touched with deadpan comedy and melodramatic excess.

Jonathan Rosenbaum ist ganz und gar entzückt über The Saddest Music in the World, den jüngsten Film eines meiner Lieblingsfilmemacher der Gegenwart: Guy Maddin.

Posted by Janis at 12:48 | Comments (1) | TrackBack

14.05.04

Vorfreude II

Heute Abend ist das Philadelphia Orchestra unter Christoph Eschenbach zu Gast in unserer beschaulichen Stadt.

Auf dem Programm:
Schönberg - Verklärte Nacht (Fassung für Streichorchester)
Mahler - Symphonie No. 1

An den Preisen (120 Euro für eine Karte im Hochparkett) merkt man zwar sowohl den Weltruf des Orchesters, als auch dessen weite Anreise, dennoch überwiegt ganz eindeutig die Vorfreude auf das Live-Erlebnis von amerikanischer Klangperfektion. Gerade Philadelphias grandioser Streicherapparat sollte der Verklärten Nacht mehr als gerecht werden. Überraschungen vorbehalten. Sehr spannend.

Update:
Schönberg grandios. Melancholisch, tief empfunden und voller Kraft - wunderbar getragen durch die Philadelphia-Streicher, die ihrem Ruf alle Ehre machten. Fin du siècle-Gefühle in bester Gestaltung.
Mahler maniriert. Eschenbach macht aus jedem kleinen Klangeffekt in der Partitur ein großes Theater, schleppt sich von Takt zu Takt und kostet jeden Akkord wie mit Hanteln an den Händen aus. Keine atemlose Spannung im letzten Satz, kein "böhmisches" Gefühl im dritten. Das war irgendein anglo-amerikanischer Komponist mit fettem Sound. Klang wie Stoki oder Copland - gewiss aber nicht wie Mahler. Ziemlich kindisch und leer. Wenngleich bombastisch - das Orchester ist toll, überragend gar. Aber Eschenbach ging jeder jugendliche Ungestüm ab. Verdammt schade.
Das Publikum (vornehmlich bestehend aus Leuten, die nicht wissen, dass zwischen den Satzpausen nicht geklatscht wird und ihre Karten wohl umsonst bekommen hatten) war trotzdem vollkommen begeistert. Ich hör's wohl einfach zu viel.

Posted by Janis at 18:47 | Comments (0) | TrackBack

12.05.04

Biographie

Sigrid Bauschingers neue Biographie über Else Lasker-Schüler. Vielfach gelobt. Vielleicht, nein, bestimmt sogar einen Blick wert.

Posted by Janis at 20:39 | Comments (0) | TrackBack

Weltende

Es ist ein Weinen in der Welt
Als ob der liebe Gott gestorben wär,
Und der bleierne Schatten, der niederfällt,
Lastet grabesschwer.

Komm, wir wollen uns näher verbergen...
Das Leben liegt in aller Herzen
Wie in Särgen.

Du! Wir wollen uns tief küssen-
Es pocht eine Sehnsucht an die Welt,
An der wir sterben müssen.

- Else Lasker-Schüler

Posted by Janis at 20:37 | Comments (1) | TrackBack

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Dumm, an den Menschen zu glauben. An die Vernunft gar. Es gibt keine Vernunft, kein genuin Gutes im Menschen. Kant lag ehrenhaft falsch - er hat Auschwitz nicht gesehen und Hiroshima und die Pyramide aus nackten Kriegsgefangenen und den Amerikaner, dem mit stumpfem Messer der Kopf abgeschnitten wurde. Vor allem aber hat er nicht gesehen, wie alles aufgenommen wird - im Newsformat oder in Weblogs wie diesem: bekömmlich, abrufbar, reproduzierbar. Nur ein Werbeblock steht manchmal dazwischen. Die Zurkenntnisnahme und das Weiter sind die Verwertungsprinzipien unserer Zeit.
Nicht vernünftig ist der Mensch, sondern zu allem fähig: Dreihundert Jahre anthropozentrische Aufklärung und nichts hat sich geändert. Wenn die Konditionen es herausfordern, ist der Mensch unverändert des Menschen Wolf. Und die Konditionen sind egal: Welche Religion, welche Kultur, welche Politik, welche Weltanschauung. Vieles davon ist gut, vieles richtig - aber am Menschen kommt nichts vorbei, nicht an seiner Bestialität, seiner Primitivität.
Den Affen zum Menschen erziehen, sagt Nietzsche. Aber wie? Da braucht es doch wieder den Katalog darüber, was das Menschsein konstituiert. Und wer würde danach schon einen Menschen formen wollen?
Niemand verdient Gottes Liebe und Gott muss schon verdammt groß sein, wenn diesem Menschengeschlecht noch so etwas wie Gnade zuteil werden soll.

Natürlich ist das alles kulturpessimistisch, eindimensional und überhaupt alles schon x-fach gesagt. Misanthropie ausgerechnet von einem, der manchmal ehrlich von sich sagen würde, den Menschen zu lieben. Ich weiß das. Aber das muss auch mal egal sein.

Posted by Janis at 14:12 | Comments (0) | TrackBack

10.05.04

Etwas

tickt in meiner Wand.

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Why not sing along?

MAHLER: Symphony No. 8

Universal Edition Score

Opportunity to own the score of one of

Mahler's greatest works.

Used, paperback edition, but very good condition.

Why not sing along!

(eBay.com)

Viel Spaß dabei.

Posted by Janis at 19:26 | Comments (0) | TrackBack

09.05.04

Eigenartig

Romane hingegen sind beleidigend, wirklich menschenunwürdig, sie erklären uns das kleinste beschissene Detail, als ob wir zu dumm wären, es selbst zu begreifen. [...] Die Zeit des Romans, des Geschichtenerzählens ist vorbei. Für mich ist das zumindest so.
(aus dem Kiarostami-Interview bei filmtext.com)

Geht es nur mir so, oder ist es wirklich ganz seltsam, einen Mann seines Genies in derartigem Dogmatismus sprechen zu hören?

Posted by Janis at 20:37 | Comments (3) | TrackBack

Fehl am Platze

Man weiß, man ist wohl ein wenig weltfremd, wenn man in ein Münztelefon für ein 20-Sekunden-Gespräch ein Zwei-Euro-Stück wirft, in der regen Hoffnung, den Rest zurück zu bekommen.

Posted by Janis at 10:55 | Comments (3) | TrackBack

Vier, fünf Worte

Lesen Sie das:
Interview mit Abbas Kiarostami bei filmtext.com.

Posted by Janis at 10:51 | Comments (2) | TrackBack

08.05.04

Der größte Feind...

... meiner Cinephilia ist nicht etwa der Stress (obwohl selbiger dafür sorgte, dass ich in der vergangenen Woche praktisch nichts gesehen habe), sondern noch immer vor allem die Müdigkeit zu später Stunde nach einem langen Tag.
Ich bewundere diejenigen, die damit so trefflich umgehen können. Irgendwelche Techniken (außer geradezu innerlich zersetzenden Kaffeeschüben) gilt es diesbezüglich mal zu entwickeln.

Posted by Janis at 00:53 | Comments (1) | TrackBack

07.05.04

[...] Art des Musizierens entsteht, die schlicht und einfach einen Haydn-Spaß macht und den Weg zu einem völlig neuen Verständnis bereiten könnte.
(klassik-heute.com)


Haydn-Spaß. Ich kann nicht mehr.

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06.05.04

Der Tod des Autors ist...

... die Geburt des Lesers.
Ja, aber trotzdem nicht schlecht:

As crass as it is visionary, 'Godzilla' belongs with—and might well trump—the art films 'Hiroshima Mon Amour' and 'Dr. Strangelove' as a daring attempt to fashion a terrible poetry from the mind-melting horror of atomic warfare.
(Jim Hoberman in Village Voice)

(via greencine)

Posted by Janis at 14:34 | Comments (0) | TrackBack

05.05.04

The Brown Bunny-Trailer

Das Kritikdesaster von Cannes im letzten Jahr, Chloe Sevignys berüchtigte Blowjob-Szene, Gallos öffentliche Schlammschlacht mit Roger Ebert - all dieser Scheiß.
Und nun: dieser Trailer, den ich immer wieder und wieder anschaue.

Bestimmt ein Traum von einem Film. Das glaube ich.

(via filmforen)

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04.05.04

Van Sants Blick

Befremdlich, unangenehm, großartig neulich die ersten Schritte nach dem Verlassen von Elephant.
Das Federn im Gang, der Rhythmus des Schrittsetzens. Die Mechanik der Welt. Selten so schön. Dann aber unfassbar, gewiss.

Posted by Janis at 16:57 | Comments (1) | TrackBack

01.05.04

Aus Liebe zum Spiel

Jean-Luc Godard habe sich spontan bereit erklärt, bei einer Fußballübertragung die Bildregie zu führen, berichtete Heller. Diese Übertragung könne dann eventuell bei «arte» gezeigt werden.

(Netzeitung, via filmforen)

Posted by Janis at 12:48 | Comments (1) | TrackBack