29.06.04

Müdigkeit. Körpersprache.

Es gibt da diese eine Körperhaltung. In Filmen. Dann, wenn eine Frau (nie ein Mann) nachts aus dem Schlafzimmer tritt, weil ihr Mann oder wer auch immer erst spät nach Hause gekommen ist und irgendwo auf dem Flur weilt.
Sie hält dann den linken Arm angewinkelt und umfasst mit der Hand den Bereich zwischen Hals und Schulter.
Gerade erst wieder in Wolfsburg gesehen und durchaus gewundert, ob das überhaupt jemand so macht.
Ist das vielleicht wirklich noch ein letzter Rest von ureigener "Filmsprache", echter Symbolik? Für Müdigkeit, Erschöpftheit. Ein "So stellt man das am besten dar". Ganz wie gelernt.

Posted by Janis at 14:43 | Comments (1) | TrackBack

28.06.04

Brauchen Sie zufällig gerade...

Napoléon Bonaparte für einen werbewirksamen Auftritt?

Bedienen Sie sich.

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27.06.04

Ob Unfall oder Delle —

wir machen's gut und schnelle
(Handzettel einer Reparaturwerkstatt in Stuttgart, Sommer 2003)

(Einzelhandelspoesie.de - sehr schöne Seite, gefunden dank gesprächsfetzen)

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25.06.04

Der elegische Zoom auf die Wasserkaraffe

Endlich wieder: Eine halbe Stunde lang eine isolierte Stimme im Raum, das Wenden der Blätter, Menschen in einem riesigen Halbrund - einer dabei, der sich ganz einsam vorkommen muss. Eine Atmosphäre fast wie beim jüngsten Gericht: "Bringe nun vor, was du zu sagen hast!"
Das Urteil. Die Gerichts Juryvorsitzende Frau Radisch verdammt eilig fast jeden in drei, vier Sätzen zu ewigen Höllenqualen. Fast grotesk war das schon gestern, als sie sich der Autorin Simona Sabato zuwandte und mehr oder minder wörtlich fragte, ob sie die Jury wohl "verarschen" wolle. Vom Rest der Juroren bekam der Text dann zuweilen viel Lob und eine etwas ignoriert stehen gelassene Frau Radisch zog letztlich einiges dessen, was sie eingangs gesagt hatte, wieder zurück.
Zwischendrin: Die Wasserkaraffen, Unschärfeziehungen bei den Kamerafahrten, die Brillenränder der Jury, angestrengte Augen, Fäuste, die sich aufstützenderweise in die Wangen pressen.

Endlich wieder also: Die Übertragungen der Bachmann-Preis-Lesungen auf 3Sat.

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23.06.04

Sepp Herberger re-visited

Der Unterschied: Milan Baros macht das Tor.

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20.06.04

room with a view

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Hotelzimmerausblick. London, 2004.

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woefulness

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Nähe Tate Modern. London, 2004.

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tower bridge

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London, 2004.

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how the war was won

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U-Bahn, irgendwo. London, 2004.

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houses of parliament

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London, 2004.

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in the heart of the british museum

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The British Museum. London, 2004.

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Überhaupt...

ist das alles schon ganz schlecht, wenn es vereindeutigend zugehen soll.
Dagegen: Das Setzen der Figuren. Das Durchschimmern. Lesen und Streuen. Umbauen. Strukturieren. Das Sich-Verlieren:
Die Lust am Text.

Posted by Janis at 04:26 | Comments (0) | TrackBack

19.06.04

News from Home

Zurück aus London und eigentlich die Idee gehabt, noch von dort aus einen Blog-Eintrag mit obigem Titel zu verfassen. Bei sieben Pence pro Minute Internet am Hotelrechner wurde das aber recht schnell verworfen.
Zum ersten Mal wirklich entdeckt: Die enorme Menge an Text, den diese Stadt quasi semi-dynamisch produziert. Überall Hinweise, angefangen beim "look left" / "look right" auf den Straßen bis hin zu "watch your head" an den Treppenaufgängen der Busse und dem ausdrücklichen Verweis an die "Allmacht" der Kellner an den Türen der Restaurants. Restlos jede Handlungsmöglichkeit des "Lesenden" wird auf den jeweiligen Schildern regelrecht diskutiert. Alles lesend könnte man einen Tag lang durch London wandern und am Ende wohl fast das Äquivalent zu einem Roman an Text erfasst haben.
Trotzdem löst gerade diese Überexplikation ein gewisses Behagen aus: Man kommt zurecht, ist nach ein, zwei Tagen ein (akzeptierter) Teil der Stadt. Schön überhaupt, wie einen das durchstrukturierte, einfache System der U-Bahn umschließt und dann gerade an Stationen wie Notting Hill Gate, Camden Town oder Whitechapel - die alle die bekannten Schlagwörter wie "swinging London" und "melting pot" noch zu leben scheinen - in ein Chaos aus Straßen und Nebenstraßen entlässt, in denen aufgereihte Kuriositätengeschäfte und Wochenmärkte nahtlos verschmelzen.

Nebenbei gesagt: Der am häufigsten gehörte Satz ist gewiss "Where are you from?". Und immer wieder hat man das Gefühl, hier seien sowieso alle fremd. Diese Neutralität des Bodens schafft Gelassenheit; ein Gefühl von ganz und gar bezaubernder "Weltbürgerlichkeit" sogar, die jedem hier zuteil werden darf. Man kommt hier zurecht. Das sagte ich schon. Und es liegt am Verhältnis zwischen Stadt und Bewohnern. Beide kennen einander in der jeweiligen Fremdheit, Eigenartigkeit. Manches wirkt hier regelrecht "transzendiert", ein Akt der Sprechkunst; Spiel, Lust, Rhetorik.
Viel Dankbarkeit gerade eben. Gar ein wenig beseelt.

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12.06.04

Gut, es war spät.

Gestern gegen Mitternacht einmal mehr Paris, Texas bei offenem Fenster gesehen. Jedoch nur die erste Stunde geschafft. Dann wegen drohenden Sekundenschlafes aufgegeben und vorgestellt, wie man wohl von diesem Film träumen mag: In Rot-, Orange-, Grün- und Blautönen. Neon. CinemaScope Westernhelden, ihrer Umgebung entrissen. Keine Traumnarration, bitte. Nur Zeichen. Travis' rote Mütze, die Aufschrift Ice .99 Cents neben dem bei seinem Wagen stehenden Walt. Oder auch nur Ice - in dieser Frostschriftart. Amerika in drei Zierratsbuchstaben.

Posted by Janis at 17:30 | Comments (0) | TrackBack

In London, ...

wo ich ja ab Montag für einige Tage weilen werde, läuft (neben wahnsinnig vielen verlockenden Bollywood-Streifen und weiteren feinen Dingen, für die aber wohl leider, leider die Zeit fehlen wird) The Saddest Music in the World in den Kinos. Den, so denke ich mir mal, gilt es dann doch irgendwie zu sichten, zumal Maddin nicht unbedingt ein häufiger Gast in den deutschen Lichtspielhäusern ist.

Hier, einfach weil ich's gerade so schön finde, noch ein kleiner Rosenbaum'scher Kollegenseitenhieb aus dessen Rezension des Films:

The New Yorker's Anthony Lane recently saw fit to scoff at Maddin for being a member of what he called the "derriere-garde" -- a curious cause for complaint given that it's difficult to imagine Lane seeing an avant-garde film and almost impossible to imagine him reviewing one.

Posted by Janis at 00:23 | Comments (0) | TrackBack

11.06.04

Tragödien I

Seifert, ehemaliger Schüler der Volkhovener Schule, wurde von über Jahre aufgestautem Hass getrieben: Hass auf Beamte, die seine Tuberkulose-Erkrankung nicht als Kriegsleiden anerkennen, Hass auf die Ärzte, die seine Ehefrau drei Jahre vor der Tat im Kindsbett nicht vor dem Tod retteten. Im Zweiten Weltkrieg hatte der Täter als Soldat der Wehrmacht gedient und eine Waffenschule besucht, sich in der anschließenden Kriegsgefangenschaft wahrscheinlich die Tuberkuloseerkrankung zugezogen.

Nach der Gefangenschaft versucht Seifert, als Polizist im Zivilleben Fuß zu fassen. Das Vorhaben scheitert: Nach nicht ganz einem Jahr entlässt ihn sein Arbeitgeber im Herbst 1946 wegen Dienstuntauglichkeit. Danach bekommt der Kriegsheimkehrer kein Bein mehr auf den Boden. Die Rente fällt schmal aus, weil die Amtsärzte den Zusammenhang zwischen Krankheit und Gefangenschaft nicht bestätigen wollen.

(Spiegel Online)

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10.06.04

Fernsehbombe, 35 Grad

Vorhin noch ein weiteres Mal bei den Theaterformen-Filmen gewesen - Harun Farockis Erkennen und verfolgen. Heiß war's. Draußen vor dem Kulturinstitut saßen die Zuschauer auf den Treppen, warteten auf den Film. Bier wurde getrunken, drinnen, an der Bar, herrschte ausgelassene Sekt-Stimmung. Im Saal selbst dann die Warnung von der Dame, die den Film ankündigte: Was jetzt kommt ist anstrengend, schwierig, intellektuell herausfordernd. Vergnügen, das kann man hier nicht wünschen.
Die Luft war entsetzlich schwül. Unbeweglich sitzt hängt man in seinem Stuhl. Vielfach Ermattung, schon nach ein paar Minuten. Zaghaftes Nippen an den Bierflaschen, den Sekt- und Weißweingläsern. Stimmungsumschwung bei manchen. Hinter mir ergreifen nach zwanzig Minuten bereits einige die Flucht.
Über die Leinwand schwimmen derweil Farockis kühne Montagen mit Aufnahmen, die auf Bomben montierte Kameras gemacht haben; dazu: Auszüge aus militärischen Videosimulationen, aus den Bildern von Informations- und Überwachungskameras in der industriellen Fertigung von Chips, Autoteilen, Robotern. Mit diesen "operativen" Bildern tun sich Kleinstwelten auf: faszinierend und wunderschön die Bewegungen der Roboterarme, minutenlang. Die Art, wie diese Maschinen "sehen" ohne zu sehen. Das Sammeln von Zeichen, der Vergleich mit den vorab gespeicherten Informationen - Farocki macht ihn sichtbar, diesen unechten, aber wirkungsvollen "Blick", der ausschließt, gar tötet, was nicht schon im Innern vorhanden ist. Diese Unbeholfenheit des Robotertotalitarismus ist eisig. Selten ist der Mensch vorgespeichert. Zu schwierig. Noch.

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07.06.04

Kiarostami & StripBoxing.com

Da... ist was verrutscht. Oder so.

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06.06.04

Man hat nichts, aber trotzdem

Theaterformen-Festival hier in Braunschweig. In diesem Rahmen gibt es auch einige experimentell-dokumentarisch-essayistisch geartete Filme zu sehen.

Kurz vor zehn Uhr. Ich komme durch die gläserne Drehtür ins Theatergebäude, im von hellem Holz und schwarzem Metall dominierten Foyer steht ein einzelner Mann ans Geländer gelehnt und liest in den Programmheften. Drei, vier weibliche Angestellte schwirren durch den Raum, ohne, dass sie irgendeiner ersichtlichen Aufgabe nachgingen. Eine der Frauen kommt man auf mich zu, fragt, ob sie mir helfen kann. Ich erkundige mich nach den Filmvorführungen. Sie verweist mich in die oberste Etage: "Das ist in der Probebühne, im zweiten Rang."
Oben angekommen betrete ich einen bereits spärlich beleuchteten Raum. Die die Fenster reihum verdeckenden schwarzen Samtvorhänge bilden ein Oval, Scheinwerfer hängen von der mit Heizungsrohren durchzogenen Decke, eine Treppe führt hoch zu einer den Raum umrundenden Galerie. Alles sehr "indie". Auffallend lose im Raum verteilt: Tische, die wie anziehende Pole für die um sie herum stehenden Bistrostühle wirken. An ihnen sitzen schon einige Zuschauer (bekannte Gesichter dabei) und schauen in fast andächtiger Stille auf eine beige, leere Ziegelwand. Hinten im Raum: ein Video-Beamer.
Ich nehme mir einen Stuhl an einem der Tische links außen. Der Vorführer und Organisator des Abends tritt nach ein paar Minuten vor uns. Ein Österreicher ("In der Schweiz ansässig"), der uns im breitesten Wienerisch erklärt, dass er für diese Vorführungen (deren Eintritt frei ist) gerne nicht unbedingt direkt eine "Kaffeehausatmosphäre" haben möchte, aber doch eine, die daran erinnert und die er mit einem österreichischen Begriff beschreibt, den ich mir nicht merken konnte. Ach ja, eine Leinwand gäbe es nicht, so sagt er uns. Warum, das kann er selbst nicht so wirklich erklären, der Zustand soll sich aber bis zu den nächsten Vorstellungen verbessern. Ein auf Anhieb sympathischer Typ bleibt er trotzdem.
Links hinter mir gibt es einen Kühlschrank mit Getränken. "Bier für einen Euro, Wasser für einen halben Euro", so sagt der Organisator. Man hat eine kleine Dose für das Geld aufgestellt. Kassieren tut niemand. Es herrscht Vertrauen.
Zwischen den beiden Filmen hole ich mir ein Bier. Irgendwie ist es fast gemütlich hier oben, wo es inzwischen so voll (und auch warm) geworden ist, dass einige auf den Tischen an den Seiten sitzen.
Eigentlich haben wir hier keine echten Möglichkeiten, solche Filmveranstaltungen adäquat durchzuführen. Das merkte man auch durchgehend. Dafür aber, dass es trotzdem einfach gemacht wird, ja, dafür mag ich diese Stadt manchmal fast wieder.

Posted by Janis at 01:36 | Comments (1) | TrackBack

05.06.04

News and Stories - Am Sonntag zum Thema:

Aristoteles hilft nicht mehr - Niklas Luhmann in der "Gesellschaft der Computer"

Sat. 1, 23:45 Uhr

Posted by Janis at 21:17 | Comments (0) | TrackBack

03.06.04

Kennen Sie das?

Sie kaufen sich für mehr Geld als sonst die angeblich beste DVD-Edition, die es zu einem von Ihnen als genial empfundenen Film am Markt gibt und es stellt sich heraus, dass diese Version wirklich sehr, sehr fein ist, sie jedoch einen (ja, einen einzigen) entscheidenden Makel hat, der tatsächlich in der Lage ist, Ihnen das ganze Ding zu verleiden. Das kennen Sie. Natürlich.

Die französische Doppel-DVD zu Elephant hat zwar keine "eingebrannten" französischen Untertitel in der englischen Sprachfassung (mein Computer konnte sie jedenfalls deaktivieren), jedoch lassen sich selbige längst nicht ohne weiteres ausblenden - zumindest nicht von meinem bevorzugten Gerät. Bei einem Film von der visuellen Durchdachtheit wie Elephant sie besitzt, ist das - gelinge gesagt und alle aufkommende Wut im Keim erstickend - etwas misslich.

Posted by Janis at 21:40 | Comments (0) | TrackBack

02.06.04

Warum sich eigentlich...

nicht einfach mal am Telefon mit "Sprechen Sie" melden?
So jedenfalls tut es eigenen Angaben zufolge ein Freund von mir.

Übrigens:
Als hätte ich zu laut danach gerufen, zeigt ARTE am 10. Juni doch tatsächlich Terence Fishers Der Hund von Baskerville-Adaption.

Posted by Janis at 22:56 | Comments (1) | TrackBack

01.06.04

Wohl genau der Richtige

Seine Trainerkarriere im Seniorenbereich begann van Marwijk 1990/91 beim FC Herderen in Belgien.

Aha.

(einmal mehr wunderbar: heute.t-online.de)

Posted by Janis at 16:18 | Comments (3) | TrackBack