31.08.04

Sur la lecture

Das «Exercise Book» ist eben übervoll, und dies gewiss weniger «aus chronischem Papiermangel», wie so gern in der Proust-Literatur erklärt wird, denn aus Gründen der Bemächtigung des Materials. Schliesslich geht es um nichts Geringeres als um das Verhältnis des Lesers zu den Lettern auf der Seite [...]

Aus der NZZ von heute: Hendrik Feindt über den vor einigen Monaten bei Suhrkamp als Faksimile erschienenen, berühmten Proust-Essay Sur la lecture - Tage des Lesens.
Gewiss sehr schön und natürlich preislich dementsprechend.

Posted by Janis at 18:08 | Comments (0) | TrackBack

30.08.04

Das Carolinen-Urteil.

Klingt ja irgendwo doch, als käm's aus einer Sage griechischer oder römischer Herkunft.

Posted by Janis at 20:02 | Comments (0) | TrackBack

Danke dafür.

An der Bar, an der ich etwas bestellen will, steht ein Typ, der sich in die schrulligsten Freak-Kategorien einordnen ließe: Klein, Nickelbrille, zottelige, zu Zöpfen gebundene Haare (rot), Vollbart, Heavy-Metal-Accessoires, einen entfernt kilt-mäßig aussehenden Rock tragend. Ich stelle mich neben ihn. Er tippt mir auf die Schulter, sieht mich an und mit den Fingern zieht er seine Mundwinkel zu einem breiten Lächeln, mir damit zweifelsfrei deutend, ich möge doch bitteschön mehr Spaß ausstrahlen. Ich muss lachen. Er freut sich sichtlich.

Posted by Janis at 00:18 | Comments (0) | TrackBack

27.08.04

Jüngst

wollte ich hier ein bisschen über Gaspar Noé schreiben. Oder über seine Filme. Oder zumindet über das Gefühl seiner Filme. Ich hab's gelassen. Das Dilemma mit diesem Mann: Man muss ihm moralisch begegnen und dann fühlt man sich ihm schon erlegen. Ansonsten kann man ihm wenig vorwerfen. Noé ist ein brillanter, ein technisch atemnehmender Filmemacher, dem es einfach passiert ist, ein Scheißkerl zu sein (als Autor von Filmen gesehen, versteht sich). Und wie widerlich dieses Gefühl ist, dass jeder Angriff, den man gegen ihn fahren möchte, in seinen Filmen schon mitreflektiert scheint. Man kann ihn ja fast lachen hören, wenn in Seul contre tous die im Soundtrack eingestreuten Gewehrschüsse die stillen Momente zerfetzen: Fühl mein Kino, Arschloch. Eisensteins "Kinofaust" hat sich hier noch 'nen Schlagring zugelegt und haut mitten in die Fresse des reflexions- und einlassungswilligen Zuschauers. In gewisser Weise ist dieses Kino des Primitiven reizvoll, in gewisser Weise ist es großartig. Aber es ist immer auch durchsetzt und bestimmt von Hass und dem Fasziniertsein von Hass - es kommuniziert das Gefühl, zu hassen.
Ich mag es einfach nicht.

Posted by Janis at 21:56 | Comments (0) | TrackBack

26.08.04

velux autumn tales

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Posted by Janis at 21:04 | Comments (0) | TrackBack

Kennt man ja vielleicht schon.

Trotzdem sei die Seite mal erwähnt:

nyclondon.com - black and white photography by r. gardiner

Sehr schöne Bilder. Vornehmlich wie der Name sagt aus New York City und London.
Auch mit Blog und Photolog.

Posted by Janis at 20:29 | Comments (0) | TrackBack

24.08.04

Godard observed

His phantasmal reputation somehow survives his dozens of recent failures, which range from a two-minute video clip on Sarajevo to a four-hour meditation on cinematic history, consisting entirely of garbled, uprooted quotes.
(Peter Conrad, Observer | via filmfilter)

Der Mann braucht eindeutig die acht-Stunden-Version der Histoire(s). Die gibt ihm mehr Zeit.
Zum Nachdenken und so.
Spenden, anybody?

Posted by Janis at 23:28 | Comments (4) | TrackBack

Der Herbst kommt.

Erstmals schlägt es wiederholt Wellen, vom Wind gestreift, das Fliegennetz in meinem Fenster. Gegenüber lauert eine graue Wolke über dem roten Dach mit den vier Schornsteinen. Noch gerastert vom Fliegennetz.

Posted by Janis at 15:31 | Comments (0) | TrackBack

Lesen Sie mal die Zahlen vor.

Heute beim Augenarzt erstmals ein Haben-Verlangen nach dem Behandlungsstuhl empfunden. Überlegt, ob man von diesem aus wohl gut würde Filme anschauen können. Filmanschausitzgelegenheiten sind ohnehin eine Welt für sich.
Dann noch jenes lustige Spiel: Durch welche Tür geht er hinaus, wenn er sagt "Nehmen Se mal Papierchen und wenn was runterläuft...", und durch welche kommt er wieder herein, wenn er meint "Naaa?".

Posted by Janis at 15:26 | Comments (0) | TrackBack

ganz schwach

Zum zweiten Mal die Möglichkeit verpasst, einen James-Benning-Film im TV aufzuzeichnen.
Vor einem Jahr oder so liefen schon einmal mehrere seiner Werke bei 3Sat. Damals schon alles verpasst. Alles. Aufgrund von Unaufmerksamkeit, von Trägheit. Ich werde alt und doof.

Posted by Janis at 00:51 | Comments (2) | TrackBack

23.08.04

Was macht man eigentlich damit,

nun, da man den Schrei gestohlen hat?
Allenfalls: In einem Geheimraum im Villa-Keller aufhängen und ganz alleine Tag für Tag ein paar Minuten / Stunden ansehen.
Die Romantik des Kunstraubes im Zeitalter des Jeder-weiß-bescheid.


Posted by Janis at 01:03 | Comments (1) | TrackBack

21.08.04

bloody awful

Gestern erstmals (und letztmals) versucht, die berüchtigte 30th Anniversary Edition von Night of the Living Dead zu sehen. Restauriertes Bild, mit neuer Musik und neuen Szenen. Nach 15 Minuten den Versuch abgebrochen.
Auf der DVD dann direkt wieder die unbearbeitete Kinoversion angewählt: Verwaschenes Bild, verrauschter Ton, kreischender, blechlastiger Score. Aber genau deshalb so eindeutig ein Beweis dafür, dass dieser Film vor allem von seiner matschig-klammen Rohheit lebt. Die Präsentation ist Teil des Horrors: Night of the Living Dead verliert, wenn er auf Hochglanz gemotzt wird. Die Unzuverlässigkeit und Schäbigkeit der Technik ist ein Extra-Thrill in Richtung jenes Gefühls, das der Film in seiner Heimvideo-Sprache bei der Erstaufführung in den 60ern erzeugt haben muss (und weg vom totgetrampelten Status des im Kontext der heutigen Überschocker in dieser Hinsicht fast müde erscheinenden Genreklassikers). Der Film braucht die verwackelte Ästhetik der Amateurfilme aus dem Vietnamkrieg, denn dann äußern sich sowohl sein filmisches Potential, als auch sein genuiner Terror wieder in einer klaren, hellwachen Sprache. Gestochen scharfe Modephoto-Schwarzweiß-Optik bekommt ihm ebensowenig, wie neu erstellte Szenen, von denen schon die erste - und einzige, die ich gesehen habe - ein erklärendes Vorspiel erspinnt, das der Film nie und nimmer benötigt.
"They'll come and get you, Barbara." Das und nicht mehr.

Posted by Janis at 23:51 | Comments (10) | TrackBack

20.08.04

Some work to do here

Wundern Sie sich bitte nicht, wenn gegenwärtig die Kommentarfunktion praktisch gar nicht funktioniert und Fehler anzeigt.
Ich versuche das SCode-Plugin zu implementieren, damit der elendige Spam aufhört.
Spätestens in ein paar Tagen wird alles wieder gehen, denn dann hatte ich entweder Erfolg - oder bin gescheitert.

Update:
Alles läuft wieder wie gehabt - wenngleich besser als vorher. Wie Sie vielleicht zwischen den Zeilen mitgelesen haben, hatte ich jüngst Probleme mit einem Spam-Bot, der bisweilen an die 100 Kommentare binnen eines Tages an dieses Blog zu senden pflegte. Leider ist MovableType bei (oder gerade wegen) all seiner Flexibilität und Offenheit hier besonders anfällig. Auf diesem Blog dürfte dies nun aber nicht mehr vorkommen.
Dank der Hilfe eines Freundes ist jetzt das oben erwähnte SCode-Plugin in die Seite eingearbeitet, welches Bot-Spamming weitestgehend unmöglich machen soll. Für die Leser des Blogs entsteht dadurch beim Kommentieren praktisch kein Nachteil: Lediglich die erneute Eingabe eines vom System zufällig gewählten sechsstelligen Zahlencodes wird im Kommentarformular jetzt verlangt. Man kennt das ja vom Anmeldevorgang einiger eMail-Dienste. Dinge wie Namens- und eMail-Adressenangabe bleiben natürlich nach wie vor freiwillig.
Viel Vergnügen weiterhin.

Posted by Janis at 23:31 | Comments (0) | TrackBack

Dem Bot,

der gegenwärtig mein Blog mit Spam-Kommentaren zumüllt, könnte ich in einer besseren, einer AI-klügeren Welt eine eMail schreiben und mit ihm um eine 24-Stunden-Gnadenfrist verhandeln, während der ich dann meine Abwehr aufbauen würde.
Jaja.

Posted by Janis at 01:29 | Comments (0) | TrackBack

18.08.04

Letzter Ferientag.

Morgen wieder Schule. Die letzte Runde sozusagen. Zum letzten Mal also auch einen Tag Sommerferien. Sommerferien, die ja in taiwanesischen Filmen immer so etwas Besonderes haben. Wie ein langer Bruch im harten Streben nach guten Noten, Unabhängigkeit und Zukunft. Natürlich war das bei mir nie so. Man wird hier ja mit anderen Werten groß. Dennoch überkam es mich jüngst, dass diese Melancholie des trägen "hanging out", die es so eigentlich nur in den sommerlichen Ferien vom so strikt verordneten Schulleben gibt, nicht ganz ohne Wehmut zurückgelassen wird.

An diesem letzten Sommerferientag sitze ich also draußen auf der Terasse, lese die winzigen Gedichte von Kiarostami, die sich auftun wie blitzkurze Fenster ins Wunder vom In-der-Welt-Sein. Denke darüber nach, von wieviel Grundglück man erfüllt sein muss, um so auf die Welt zu schauen, während mein Vater davon erzählt, wie früher auf Radio Kairo immer die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht zur Scheherazade von Rimsky-Korsakov ausgestrahlt wurden, eine alte Einspielung davon mit den Berliner Philharmonikern unter Maazel auflegt und wie zum Beweis sagt: "Und hier hat dann immer der Sprecher eingesetzt."

Posted by Janis at 17:06 | Comments (13) | TrackBack

17.08.04

Welch wunderbarer Mikrokosmos

doch die Welt der verschiedenen Seifenspender auf öffentlichen Toiletten ist.

Posted by Janis at 03:58 | Comments (0) | TrackBack

15.08.04

Seit etlichen Jahren nicht gesehen.

Aber bei diesem einen Kuss aus Vertigo (nein, nicht der vor den Wellen; etwas später), wenn sich die Kamera im Kreis um Stewart und Nowak dreht, der Hintergrund sich ändert und die großen Themen des Films (die Liebe, der Tod und die Zeit) die Leinwand regelrecht aufblähen und es wirkt, als würde diese eine Szene Minuten dauern und wie Bernard Herrmanns Musik sich beinahe zu überschlagen scheint in diesem Moment, der vollkommen einfriert - bei diesem einen Kuss ist alles wieder da. Beyond words...

Posted by Janis at 04:33 | Comments (0) | TrackBack

13.08.04

Für morgen.

Für morgen einen kleinen Sport- und Filmabend mit einem Freund eingeplant. Erst die Bundesliga-Konferenz (er Bayern, ich BVB), dann Ausflüge in ein paar Sachen aus dem Extrem-Kino (Noé, Dumont vielleicht), ein bisschen Mainstream (Texas Chain Saw Massacre, Orignal und Remake, aber auch nur vielleicht), einen oder zwei Klassiker (Great Dictator, Night of the Living Dead) und zum Schluss noch Brakhage.

Dafür heute in einem kleinen Freak-Laden in der Gegen hier gewesen. Die "Erwachsenenecke" im Hinterzimmer bietet jeden Abgrund, den man sucht (ob Horror, Sex oder Horrorsex). Bei manchen Sachen fast ein bisschen geekelt, auch nur die DVD-Hüllen anzufassen. Letztlich nichts gekauft (obwohl mit der festen Intention dagewesen). Auch zu teuer. Das auch.

Posted by Janis at 19:44 | Comments (0) | TrackBack

Wie sicher es doch in Apotheken riecht.

Und wie gefährlich in Arzt-Praxen.

Posted by Janis at 19:34 | Comments (2) | TrackBack

12.08.04

Save the Beaver Donations Drive

Die beste Seite im Netz zur ausführlichen Betrachtung der Qualität von Weltkino-DVDs, DVDBeaver.com, hat erhebliche finanzielle Probleme und steht unmittelbar vor der Schließung, wenn sich bis zum 31. August nicht genügend Spendengelder finden.

Der Betreiber der Seite, Gary Tooze, schreibt:

It is with deep regret that I am forced to write you at this time. I anticipated this day might eventually come but am nonetheless embarrassed by the current situation. I never envisioned that DVDBeaver would grow so rapidly to the extent that it has. I can no longer carry the personal financial burden for hosting and bandwidth charges which have grown substantially in the past few months.

Den hohen Stellenwert des "Beaver" hebt selbst Jonathan Rosenbaum hervor:

DVD Beaver has the irreplaceable feature of comparing frame enlargements from separate versions of the same film, and offering expert advice about which versions are better from other standpoints.

Mit der Schließung dieser Seite würde eines der seit jeher zuverlässigsten, passioniertesten und engagiertesten Informationsportale aus dem DVD-Bereich abhanden kommen.
Ich spende. Tun Sie's auch. PayPal-Link auf der Beaver-Seite.

Posted by Janis at 17:13 | Comments (1) | TrackBack

07.08.04

Wie gerne ich...

doch manchmal diese Teleshopping-Sendungen im Fernsehen sehe und wie einem das keiner wirklich glauben will.
Aber diese Möglichkeit, komplett am ursprünglichen Kern der Dinge (Digitalkameras, Waschmittel, Küchengeräte, Schlagbohrer) vorbei und bloß gebannt auf die "Zeichensetzung" zu schauen, ist nirgendwo so schön gegeben, wie hier. Auf die umwerfende "Echtheit" des Bildes muss hier auf Gedeih und Verderb gebaut werden können - deswegen nur wird etwas, dem die Präsentierenden große Festigkeit und Stabilität zuschreiben, für ein paar Sekunden mit einem unter dem Tisch wie aus einem Hut hervorgezauberten Hammer malträtiert und deswegen nur ist es die ultimative Katastrophe, wenn das vorgestellte Utensil dabei zu Bruch geht. Denn: wenn etwas jetzt und hier und unter diesen sich überschlagenden Schreien der Moderatoren nicht funktioniert, kann es ja gar nicht und überhaupt nie funktionieren.
Alles ist das, als was es vorgestellt wird. Es braucht bloß Tempo und die entsprechende Zeichenverkettung. Streuung wird hier so vehement blockiert, wie ich es nahezu noch nie irgendwo gesehen habe. Kommt der "Experte fürs Heimwerken" ins Studio, wird nicht zugelassen, dass er auch nur entfernt irgendetwas sein könnte, als eben der "Experte fürs Heimwerken". Irgendein sonst eigentlich immer recht verlässlicher Strang des Denkprozesses scheint hier auf schier atemraubende Weise lahmgelegt zu werden, indem man schlicht mit den simpelsten Zeichen bombardiert wird:
Der Typ im Blaumann, der weiß, was er tut, bohrt ein Loch in ein Stück Holz und erklärt dabei, dass er macht, was er da macht, und dass es einfach ist. Zweck erfüllt. Warteschleife am Telefon. Beinahe könnte ich Stunden damit zubringen.

Posted by Janis at 06:22 | Comments (1) | TrackBack

06.08.04

Hunt, Price, Mallais

Vor zwei Tagen in Berlin gewesen. Die Ausstellung zu den englischen Präraffaeliten im Alten Museum angesehen. Erstaunt und erfreut über die wundervolle Präsentation der Bilder: Alle Gemälde vor dunkelblauem und dunkelrotem Hintergrund, von der Decke her in idealem Winkel angestrahlt und der Raum gleichzeitig verhältnismäßig stark abgedunkelt. Häufig schon habe ich mich in Ausstellungen bei glasgerahmten Gemälden über die Reflexionen geärgert - hier hielt es sich sehr in Grenzen. Eher wirkten viele der Bilder tastsächlich wie aufgestoßene Fenster (mehr als einmal dachte ich an jene einzigartige Szene in Renoirs unvollendetem Une partie de campagne, der - ja, wirklich - eigentlich nur die Farbe fehlt) nach draußen. Bei manchen kniff ich regelrecht die Augen zu und wenn rundherum nicht eine schwitzende Metropole gelegen hätte, wäre der Illusionismus, dem sich die Präraffaeliten verschrieben hatten, nahezu perfekt gewesen. Manchmal das Gefühl gehabt, diese Bilder strahlten einen an: als müsste man nur noch einen Schritt gehen und man steht inmitten eines funkelnden, glitzernden Waldes oder Feldes. Gleichzeitig auch bemerkt, dass vieles der heutigen Kitschmalerei (vor allem eben aus dem Fantasy-Bereich) davon entscheidend inspiriert gewesen sein muss. Und wenn ich ehrlich bin, war etwa der Hunt'sche Sündenbock in seiner malerischen Diktion schon damals nicht unbedingt sehr weit entfernt von Louis Royos gefesselten Amazonen; auch wenn der Anspruch der Präraffaeliten natürlich ein ganz anderer war.
Ungemein viel Freude haben mir die zwei Stunden mit diesen Bildern dennoch bereitet. Es gibt viel zu staunen dort. Gerade dann, wenn man großartiges Handwerk mag.

Posted by Janis at 05:03 | Comments (0) | TrackBack

02.08.04

Cine Club Blog

Blog-Hinweis:

Der Cine Club von Darren Hughes (und "a small group of friends").

Posted by Janis at 17:29 | Comments (3) | TrackBack