30.12.04

Mal ehrlich:

Wäre die Frage von mir gewesen, diese Plauderantwort des Herrn Bischof Huber hätte mich nicht befriedigt.
Wer das Bedürfnis hat, Gedankenansätze zu dieser Thematik durchzugehen, sei doch eher auf zum Beispiel diesen Text verwiesen.

Posted by Janis at 22:31 | Comments (0) | TrackBack

29.12.04

Wie regelrecht unmöglich es scheint...

jetzt, gerade jetzt auf den einen Tod von Susan Sontag näher einzugehen.

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25.12.04

"Die, die jetzt geboren werden,

...leben nicht lange. Die liegen oft trocken in der Fensterbank."

Posted by Janis at 18:03 | Comments (0) | TrackBack

20.12.04

Der Gutmensch

Er verkauft hier in einer großen Buchhandlung, die zur Weihnachtszeit vollkommen überlaufen ist. Er trägt Anzug, exakte Haare, silberne Rundbrille und hat das spitze Gesicht eines Sich-Auskenners. Er steht hinter mir, als ich in einem Regal stöbere und tippt etwas in seinen Computer. Nun trägt es sich zu, dass ein älterer Mann mit Mütze auf ihn zukommt und fragt, welche sachlichen Bücher über das Alltagsleben in der DDR er denn vorrätig habe. Er wolle die zu Weihnachten in der Familie verschenken, da Frau und Kinder so geschichtsignorant seien. Was der Verkäufer dann sagt, erscheint als strahlendes Musterbeispiel für regelrecht manische, heroische Kundenfürsorge: "Mit Verlaub, Weihnachten ist das Fest des Friedens. Wollen Sie das wirklich verschenken? Damit schüren Sie den Familienzwist doch nur noch weiter."
Den belehrenden, aber dennoch stets untergebenen Ton, in dem er dieses vorzutragen verstand, können Sie sich kaum vorstellen. Amüsant und ein bisschen schockierend.

Posted by Janis at 18:48 | Comments (0) | TrackBack

17.12.04

"Guten Tag, mein Name ist..."

Ganz früher hat man uns in der Schule beigebracht, "in ganzen Sätzen" zu antworten, was seine seltsamsten Auswüchse immer darin fand, dass Begriffe der Frage in der Antwort wörtlich wieder aufgegriffen wurden. So ähnlich redete auch der Herr, der mich vorhin anrief, und mit mir eine Umfrage zum Thema "Schnelles Essen und Trinken außer Haus" durchführen wollte. Auf meine Frage "Wie lange wird die Umfrage denn ungefähr dauern?" antwortet er "Die Umfrage wird ungefähr 15 bis 20 Minuten dauern". Ich sage ihm, dass ich wenig Zeit hätte (was nicht stimmte, aber das sollte man doch schon sagen, um sich nicht allzu willig vorzukommen, wenn man gleich zig Fragen über McDonald's und Burger King beantworten wird), woraufhin er durch die Fragen hetzt, als ginge es um Leben und Tod. Der Großteil besteht daraus, dass ich zu den drei "beliebtesten" Fast-Food-Läden eine bei allen dreien gleiche, ellenlange Liste von Aussagen im Stile von "Das Essen bei xy war heiß", "Xy entspricht meinem Lebensgefühl" und (einfach großartig!) "Bei xy waren bei meinem letzten Besuch Gäste, in deren Gegenwart ich mich wohl fühlte" auf einer Skala von eins bis fünf bewertete.
Während ich das mache (was übrigens draußen vor der Tür ganz seltsam gewirkt haben muss, dieses Runterrattern von "zwei --- vier --- zwei --- drei --- eins" usw.), versucht er immer wieder durch kleine Einschübe die "Gesprächssituation" aufzulockern: "Die drei, ahja... soso, die zwei, sagen Sie." Als es dann zu der Frage kommt, ob mir denn die Figur des Ronald McDonald ein Begriff sei (was ich bejahen musste), folgt darauf, inwiefern ich diese Figur denn wohl leiden möge oder nicht und ich kam nicht umhin, zu bemerken: "So viele Dinge, über die man nie nachgedacht hat, finden Sie nicht?" Er ist amüsiert und man merkt irgendwie, dass er das "so nebenbei" macht, diesen Job da am Telefon. Wünscht mir dann ("im Namen des Teams") ein schönes Wochenende. Ich ihm auch, ernsthaft.

Posted by Janis at 22:01 | Comments (3) | TrackBack

die allerwiderlichste seite des kapitalismus (mindestens):

der burger king whopper, der einem in der hand zergeht, weil das brötchen an der oberseite reißt.

Posted by Janis at 18:00 | Comments (3) | TrackBack

15.12.04

Bei Opera...

so lange Fenster geschlossen, bis nichts mehr da war, was ich nicht mehr sehen wollte / mich nicht mehr interessierte. Dann für einen Moment erschreckt und gleich darauf schmunzelnd auf eine graue Fläche geschaut.

Posted by Janis at 19:10 | Comments (0) | TrackBack

13.12.04

Ist ja beileibe nichts Neues...

aber irgendwo dennoch einmal explizit erwähnenswert, wie sehr ich doch die Fernsehsendungen von Alexander Kluge liebe. Wie hier Werbung für Neugier gemacht wird: Neugier der Neugier wegen, Interesse an allem, von der String-Theorie und schwarzen Löchern, über Kunst, Literatur, Sozialforschung, Porträts und Reiseberichte (wie gerade eben mit dem sehr guten Klaus Bednarz zu dessen Reise durch Patagonien und Feuerland), bis hin zur Vorstellung einer aktuellen Operninszenierung, "Universalistik", Spaß am Kennenlernen, das Anregen zum "Weitermachen" nach dem Ausblenden der Sendung, das bewusste Nicht-zu-Ende-Bringen. Und alles ohne Aufmachung, just two persons talking about everything.
Man notiert sich Namen, man schlägt etwas nach, bekommt Lust, Unmengen an Büchern zu kaufen, die man oft kaum irgendwo finden wird, will Kartenmaterial durchsehen, sucht manchmal gar verträumt nach Routen und Wegen, auf denen man theoretisch an bestimmte Orte kommen könnte, die ganz plötzlich die Interessantesten auf der Welt sein müssen. Man fühlt sich ein bisschen als wartender "Entdecker", man fühlt Lust. Danke dafür.

Posted by Janis at 01:02 | Comments (4) | TrackBack

10.12.04

... da sagte er:

"die tatsache, dass du sofort wusstest, was ich meinte, ist bloß ein weiteres indiz dafür, dass du eine figur bist, die ich mir ausgedacht habe..."

Posted by Janis at 17:59 | Comments (1) | TrackBack

08.12.04

Innenstadt, Dezemberabend

Neulich, eine kleine Ecke in der Innenstadt: hier rechts hinter großen Schaufenstern ein Atelier mit Malworkshop und Verkauf. Überall hängen Bilder, meist recht bunte Stillleben; Lernmalerei, möchte man meinen. Ganz rechts außen wischen im Augenwinkel zwei junge Frauen durchs Bild, sitzend vor einer Staffelei, malend. Das Geschäft, das sich links unmittelbar anschließt, ist ein Herrenausstatter für besondere Anlässe. Die leuchtenden Bilder jetzt abgelöst vom Schwarzweiß der Anzüge, Fräcke und Smokings mit den passenden Hemden. Im Geschäft steht ein Mann mit dem Rücken zu mir, in Lederjacke, Nietengürtel und rotgelben Haaren und hebt prüfend einen Anzug gegen das Licht. Neben ihm der voluminöse Verkäufer in dem Geschäft angemessener Arbeitskleidung.
Alles umhüllt vom goldgelben Butterkekslicht, das sanft-schummrig auf die schon nachtdunkle Straße gleitet. Szenen wie aus der Miniaturwelt einer Märklin-Eisenbahn.

Posted by Janis at 17:21 | Comments (1) | TrackBack

05.12.04

ein

filmgenuss (überhaupt: jegliche form der beschreibung von kunst durch auch nur entfernt dem kulinarischen entnommene begriffe; so auch "musik wie ein guter wein", "film zieht sich wie kaugummi" usw.)

Posted by Janis at 22:51 | Comments (2) | TrackBack

03.12.04

Die rechte Hand

... in einem Raum zu stehen und von nebenan, durch Wände und Türen die neue Aufnahme von Brad Mehldau (Live in Tokyo) zu hören. Der Bass abgedämpft, kaum hörbar; was aber dieser Magier mit der rechten Hand an Wundersamem darüberfliegen lässt, reicht aus, um allein dadurch auch noch "nebenan" in äußerste Verzückung zu geraten.

Posted by Janis at 19:26 | Comments (0) | TrackBack