25.07.05

Ein Großer

... der Verschmähung.

Posted by Janis at 20:55 | Comments (2)

16.07.05

Zürich, Anfang der Woche

wie ich auf dem Hotelzimmer einige Stunden lang dachte, Helmut Schmidt sei verstorben, weil zwei Sender so ein altes Beckmann-Interview mit ihm wiederholten und ich mir keinen anderen Grund vorstellen konnte, warum sie das machen sollten / dass es da in der Altstadt eine Gasse gibt, in der sowohl der Dadaismus begründet wurde, Lavater und Goethe einander trafen, Georg Büchner starb und Lenin für eine Weile lebte / die junge Frau neben mir im Nachtzug, die wohl so etwas wie ein Tagebuch schrieb, bei dem ich am Rand der Seiten in geschwungener Große-Mädchen-Handschrift kurz die Worte just around lesen konnte / das aufblasbare Kinderplantschbecken in Hundeform im Rahmen von Yoko Onos Water Project im Museum für Gegenwartskunst: dedicated to Sören Kierkegaard / die Stilleben von Pieter Claesz + Zeitgenossen im Kunsthaus, die in so großer Zahl (und inhaltlicher Ähnlichkeit) ausgestellt waren, dass es etwas Meditatives bekam: Gemütlichkeit und die Ruhe des Vertrauten / das Museum für Schweizer Landeskunde, in dem ich in den entlegeneren Trakten über Stunden keinen Menschen traf / Bin-jip im Kino, an jenem Montag, an dem in Zürich gar nichts passierte, außer dem für so eine Stadt tödlichen Regen, der in Strömen fiel: vielleicht ein oder zwei Momente, die deutlich zum zärtlichsten und schönsten zählten, was ich zuletzt sah; schon mehr als genug für meine Genügsamkeit an diesem Tag

Posted by Janis at 20:06 | Comments (1)

06.07.05

Zielgruppe verfehlt

Versucht, in eine Disco zu gelangen, in die ich eigentlich seit Jahr und Tag zu gehen pflege und dabei nie Schwierigkeiten hatte. An der Tür herausgefischt worden: "Für dich ist kein Einlass." Ich frage warum und ob es mit meiner Kleidung zusammenhänge (ich trage ein Sakko und vielleicht ist das dem Türsteher ja nicht "hip" genug). Er meint, das sei es nicht, sondern: "Wir sprechen hier ein bestimmtes Publikum an und da gehörst du nicht dazu." Ich will jetzt, dass er mir einfach nur ins Gesicht sagt, dass meine Haare zu schwarz und meine Augen zu dunkel sind, und hake noch etwas weiter nach, woraufhin er fast die Fassung verliert und die "Heute nur Stammgäste"-Nummer ansetzt. Ich schaue mich um und finde spontan nicht, dass die alle paar Sekunden im Dutzend hineingeschobenen Menschen dort alle wie Stammgäste aussehen. Von den zufällig an der Tür getroffenen Freunden verabschiedet, ins Auto gesetzt, nach Hause gefahren.

Posted by Janis at 01:25 | Comments (3)

03.07.05

Auf denn nun...

Seit vorgestern nun endgültig und offiziell die Schulbildung abgeschlossen. Bewerbung schon abgeschickt Richtung Berlin (auf Philosophie, Kulturwissenschaft und mittelalterliche Geschichte an der HU), morgen wohl noch eine nach Wien. Die letzten Tage waren gehetzt, voller bleierner Hitze und einem sich allenthalben durch den Körper drückenden Verlustgefühl. Es ist ganz ruhig geworden.

Posted by Janis at 22:43 | Comments (2)