20.12.05

Aus dem Fenster...

Manchmal, wenn man im Dunkeln mit dem Zug nach Berlin hineinfährt, so sieht man in der Nähe vom Bahnhof Zoo dann und wann eine S-Bahn, die auf ihrem Gleis wartet - schwebend, wie ein golden leuchtender Wurm in der Nacht.

Posted by Janis at 02:49 | Comments (0)

15.02.04

Schnelle Bilder

Meinen kleinen Berlinale-Aufenthalt hinter mir liegend, saß ich oben im chinesischen Restaurant gegenüber der Gedächtniskirche und erschrak fast ein wenig darüber, auf der Rechnung im Feld ES BEDIENTE SIE bloß WAITER 4 zu finden.
Man mag's entschuldigen, denn es ist gewiss ein einarbeitungsbedürftiges und vor allem lästiges Unterfangen, in die Maschine die Namen einzugeben, die die Rechnungsabwicklung einen Tick persönlicher machen könnten.

Aber ich sollte mich nicht beklagen. Der Tick an Persönlichkeit fehlt mir wohl auch. Kurz nach der Ankunft in Berlin in der U-Bahn von jemandem mit einer Gitarre auf dem Rücken plötzlich angesprochen worden:

"Entschuldigung, heißt du Victor?"
"Nein."
"Sondern?"
"Ich nehme an, das ist recht egal, oder?"
"Das stimmt wohl."

Ich war froh, dass er wenig beleidigt gewesen zu sein schien. Ich wäre es vielleicht. Aber wer ist Victor? Und wieso sehe ausgerechnet ich wie Victor aus? Dennoch hatte das "Sondern?" etwas Überraschendes an sich; etwas, was ich zunächst spontan dreist fand, im Nachhinein aber umso interessanter. Was bewegt jemanden, mit "Sondern?" auf diese Antwort hin nachzuhaken? Er schien anzunehmen, ich würde Victor - wenn ich es denn schon nicht selbst sei - wohl zumindest kennen. Anders ist das "Sondern?" kaum zu erklären, als: "Es kommen Victor und ein paar Freunde von Victor, mit Namen X, Y und Z. Frag dich durch."

Außerdem: Ein paar mal in der U-Bahn im Kreis umhergesucht. Warum ist die Berliner da viel schwieriger als etwa die von London oder Paris? Oder spiegelt das auch einfach nur den Charakter dieser zerwürfelten, verschachtelten, irgendwo trotzig-schönen Stadt wider? Und man wird nicht behaupten können, dass an Berlin so gar nichts "dran sei". Alles zerborsten und gespalten, aufgefächert und endlos weitläufig, selbst auf den Verkehrsmeilen kaum architektonisch kondensiert. Eine Stadt, manchmal vielleicht ein bisschen wie die Zusammenfassung ihrer Geschichte.

Filme habe ich auch gesehen. Dazu demnächst mehr.


Posted by Janis at 01:05 | Comments (1) | TrackBack