The Different Methods of Defending Oneself with a Walking-Stick or Umbrella when Attacked under Unequal Conditions
Wahrscheinlich ist das schon überall hinlänglich bekannt, aber bei meiner Beschäftigung mit Heideggers "Der Ursprung des Kunstwerkes" im Rahmen eines Essays bin auf diese Vertonung einiger... zentraler Begriffe in Heideggers Philosophie gestoßen. Sehr, sehr eindringlich.
Ein weiterer ganz lieber Mensch meines Lebens ist nun auch unter das flickernde Volk gegangen.
Ein Verweis, der mir sehr am Herzen liegt, führt mit seiner Erlaubnis auf die Homepage eines lieben Freundes, der von August an bis jetzt vor kurzem in Kairo Station gemacht hatte und von dort (nebst einem wunderbaren Weblog, das ich längst einmal hätte verlinken sollen) vor allem ganz alltägliche Photos von Menschen mitgebracht hat. Viele dieser Bilder sind für mich nicht weniger als ein kleines Wunder, erzählen ganz nebenher vom Glück auf der Welt zu sein und betrachten voller Liebe und Erstaunen die Schönheit eines Menschengesichts. Glück, das ist hier ein Kinderlachen.
The first image he told me about was of three children on a road in Iceland, in 1965. He said that for him it was the image of happiness and also that he had tried several times to link it to other images, but it never worked.
- aus Sans Soleil von Marker

Dies also habe ich mir heute gekauft und mich dabei mit perplexer Verwunderung unter den weiteren Ausgaben derselben Reihe (Continuum Impact - Changing Minds, aus dem Londoner Continuum-Verlag) umgesehen. Dabei kam ich mehr und mehr zu der Überzeugung, auf den Deleuze-Titel unter anderem wohl deshalb zurückgegriffen zu haben, weil ich zum Beispiel die verfügbare Schrift von Paul Ricoeur (mit dem ich mich in der nahen Zukunft viel lieber beschäftigen würde; aber Time and Narrative I hatte ich ohnehin vor einiger Zeit in relativ "unverfänglicher" Aufmachung bestellt) so beim besten Willen nicht im Regal wollte stehen haben:

Der Gipfel an groteskem "Gestaltungswillen" wird damit aber noch keineswegs erreicht:

Wer nun aber denkt, Hakenkreuze, Totenköpfe, Muskelfasern, Blut und Fabelwesen seien in dieser Reihe nur den vornehmlich französischen Radikalen des (Post)strukturalismus, also den Herren Deleuze, Bataille, Derrida oder Foucault vorbehalten, der irrt nicht unerheblich. Heidegger etwa teilt sich in dieser Welt wohl die Zielgruppe mit... ja, Westernfilmen?

Werfen Sie spaßeshalber auch einen Blick auf die Gestaltungen für die Theologen in dieser Reihe (Karl Barth und Martin Buber), ebenso Derrida und vor allem Horkheimers Eclipse of Reason. Die Hölenmalerei für Gadamer ist im Kontext des Hauptaugenmerkes seiner Werke auch niedlich. Wilde Wallungen an Häßlichkeit.
Also aus diesem Anlass im Sommer ein paar Tage in Aix zu verbringen, das wäre schon eine sehr schöne Vorstellung (auch wenn man das Ganze etwas früher natürlich auch konzertant in Berlin hören könnte).
Vor allem aber wusste ich bis jetzt noch gar nicht, dass in der Tat wohl der Rattle-Ring ins Haus steht:
Premier volet de la Tétralogie présentée au Festival d'Aix-en-Provence, de 2006 à 2009.
In der neuen Lettre sorgt eine brillante Autorenequipe für Inspirationen aus der Tiefe des Raums. Schon die Sturmspitze Bora Cosic, Peter Nadas, Roberto Bolaño und Nirmal Verma dürfte mit Traumpässen, artistischen Dribblings und kaltblütigen Verwandlungen weltmeisterliche Genüsse bereiten.
(ernsthaft aus der gerade eingegangenen eMail-Werbung für Lettre #71)
Gerard ter Borch und jene abgewandte Dame.

Schattenkabinett
Kompetenzteam
Superminister
von jump cut und vom filmtagebuch sind - obwohl den meisten hier wohl sowieso bekannt - natürlich großartig, darauf sei einfach nochmal verwiesen. Mir ja ein Rätsel, wo die beiden Herren die Energie hernehmen, nach der Masse an Filmen, die man auf Festivals allein an einem Tag schon zu Gesicht bekommt, noch derart ausführlich zu berichten.
Ich versuchte das letztes Jahr beim hiesigen Filmfest (hier, hier und hier), welches in Relation zur Berlinale eine Kleinigkeit ist, und kam schon nach drei Tagen beim besten Willen nicht mehr hinterher. Vielleicht muss man da auch einfach besser selektieren...
stecken eigentlich hinter den World Press Photo Awards, dass sie jedes Jahr aufs Neue ein Bild prämieren, das daraus besteht, dass ein Photograph endloses Leid elegant und fürchterlich feinsinnig "einrahmt" (die so aufdringlich im Bild beschriebene Reflexion über das Nichtzeigen des toten Körpers finde ich besonders widerlich) und lässig beistehend auf den Auslöser drückt?
Auf dem Blog Ministry of Propaganda, bei dem ich erst ein, zwei Beiträge überflogen habe, die sich aber auch schon interessant ausnahmen, gibt es eine feine Liste von Weblogs, deren Autoren allesamt aus Ländern berichten, die eigentlich nicht ihre Heimat sind.
Gewiss einige schöne Entdeckungen darunter.
GreenCine über das diesjährige Filmfestival Rotterdam.
1. | 2. | 3. | 4. | 5. (mit einem kurzen Verweis auf ein ausgeschlagenes Screening von Miyazakis Howl's Moving Castle, bei dem es überhaupt ganz schade ist, dass er nicht auf der Berlinale läuft)
Daniel Müller photographiert Türsteher auf St. Pauli und "York" hat ja wohl eine nicht zu leugnende Ähnlichkeit mit Heeresmusikkorps-Leiter Münchner-Philharmoniker-Chefdirigent Christian Thielemann.
Wissenschaftlich, kein spleeniger geek-Kram. Der Kafka-Artikel, den ich jüngst ins Furl aufgenommen habe, stammt auch daher. Hier gibt es einen Überblick über die bisher veröffentlichten Ausgaben des E-Journals (alles als PDF herunterladbar).
wie großartig und be(d)rückend schön die aktuelle Serie mit Amerika-Photos auf relatin' dudes to jazz ist?
Große Kunst.
sauseschritt.
Aus Wien, wenn ich das richtig sehe, und ausgesprochen schön. Sehr weltenbummlerisch.
sauseschritt.
Aus Wien, wenn ich das richtig sehe, und ausgesprochen schön. Sehr weltenbummlerisch.
Wäre die Frage von mir gewesen, diese Plauderantwort des Herrn Bischof Huber hätte mich nicht befriedigt.
Wer das Bedürfnis hat, Gedankenansätze zu dieser Thematik durchzugehen, sei doch eher auf zum Beispiel diesen Text verwiesen.
Gestern vor dem Fernseher sitzend was gelesen, während gerade die Werbung für die neue "Focus"-Ausgabe lief. Beim Begriff "unheimliche Gäste" kurz darüber nachdenken müssen, ob man beim "Focus" nun wohl da angekommen sei, ganze Leitartikel über Außerirdische schreiben zu müssen. Dann aufgeblickt und bemerkt, dass es schlimmer ist: "Unheimliche Gäste - Die Gegenwelt der Muslime in Deutschland".
Sind wir jetzt wieder soweit, ja? Dürfte dann wohl auch nicht mehr lange hin sein bis zu "Kauft nicht beim Moslem". Und dabei ist es mir gelinde gesagt scheißegal, was sich hinter der Aufmachung letztlich für ein Artikel verbirgt: Rassismus fängt spätestens mit einer Diktion wie dieser an.
why the Virgin Mary is coming forward in carbohydrate forms..."
Und weitere Antworten der Postmoderne.
Weiß nicht, ob das schon bekannt ist, aber hier gibt es Rezeptionsspuren Arno Schmidts in den Werken seiner – im weitesten Sinne – Kollegen; in der Hoffnung, dass sie sich eines schönen Tages zu einem kaleidoskopischen Dokument der Wirkung Arno Schmidts fügen mögen.
Weblog-Hinweis:
Waggish Reads Proust
I have never fully appreciated unrequited love. Whenever I've pursued someone and they've given me little or negative responses in return, it's been all too easy to say, "Well, I guess they aren't for me after all" and turn my gaze elsewhere. The idea that you could eventually alchemize someone's indifference into 24-carat affection struck me as (a) a lot of work, and (b) counterintuitive. Wouldn't you be better off starting from the base of someone who actually likes you?
Kartoffeläcker in der Herbstsonne, kleine Kirchen, Zuckerfabriken, die all die Rüben schlucken, manchmal eine Allee.
Sehr schön, sehr genau, schon ein paar Tage alt: MH über eine Berlin-Reise.
Kartoffeläcker sind überhaupt ganz prägend für das Bild hier "rundherum". Genauso wie die Wege dazwischen: Quasi die Definition vom Wort "Weg" überhaupt. Im Winter sieht es auf Schubert'sche Weise trist aus. Trist wie aus dem Bilderbuch.
wie lange wohl die Stockholmer Akademie der Wissenschaften an diesem zehn, zwöf Worte langen Jelinek-Ehrerbietungssatz mit "Musik" und "Stimmen und Gegenstimmen" gebastelt hat.
Mag auch daran liegen, dass ich den heute erst fünfmal gehört / gesehen habe. Genau wie Karaseks kommentierendes Gesicht vor Buchmessenhintergrund. Nun gut, immer noch besser als Schirrmacher und "Ich-könnte-an-100-andere-denken"-Markwort. Die habe ich heute (bislang) erst einmal zu Jelinek sabbeln gehört und, mit Verlaub, das hat auch gereicht.
Comme une image (Agnès Jaoui, 2004)
House of Flying Daggers (Yimou Zhang, 2004)
Melinda and Melinda (Woody Allen, 2004)
La Grande séduction (Jean-François Pouliot, 2003)
Confidences trop intimes (Patrice Leconte, 2004)
Buongiorno, notte (Marco Bellocchio, 2003)
Garden State (Zach Braff, 2004)
L.A. Twister (Sven Pape, 2004)
+ aktuelles koreanisches Kino mit acht Filmen (u.a. Ki-duk Kims Samaria)
+ neues deutsches Kino unbekannter Regisseure
+ Musik und Film: Zbigniew Preisner (Filme von Kieslowski und Malle werden entsprechend gezeigt)
+ Dreyers La Passion de Jeanne d'Arc mit Live-Musik
Eine schöne Zeit also vom 9. bis 14. November.
Diese "Photoreportage" von erratika [via jump cut]!
Kurz überlegt, ob ich das vielleicht so oder so ähnlich auch machen könnte, wenn ich Mitte des Monats (schon) wieder in London bin. Ich würde den (hier wie auch bei Knörers toller Berlin-ABC-Reise natürlich herrlich gelungenen) "Wandercharakter" eventuell herauslassen und einfach - wo auch immer ich gerade bin - an einem Tag alle 15 or so Minuten ein Photo machen. Das ließe sich bestimmt machen. Das stört da keinen. Mal sehen.
sterben lernen: In einem Interview in der neuesten Ausgabe meines Lieblingsmagazins Lettre erzählt Jacques Derrida, obwohl er das eigentlich so gar nicht will, viel über diesen alten Satz. Und es lässt wahrlich nicht unberührt, wenn er letztlich ganz leise auch von seiner eigenen Angst schreibt; davon, dass zu sterben er eigentlich noch nicht gelernt habe.
Überschrift des Artikels: Das Leben, das Überleben.
erzählt Enzensberger, hat üblicherweise nur drei bis vier Stunden geschlafen.
Anders geht's auch nicht, denke ich mir.
Schon etwas länger her, aber gerade erst entdeckt: Knörer in der Gedächtnisstütze über Effi Briest. Jawoll, ebendie. Fontanes unantastbares, unsterbliches Meisterwerk - hier einmal kurz besprochen aufs Lesen hin und nicht auf die große literaturgeschichtliche Fossilierung. Was sich ergibt, ist dann vor allem noch gebastelte Versteckspielliteratur, oder wie es hier vortrefflich heißt: Dem Roman steht die Mühe seiner Raffinesse ins Gesicht geschrieben: Heliotropen, Immortellen, Vorausdeutungen, motivische, literarische Anspielungen.
Der Begriff der Mühe, auch des Mühevollen, ja, der sitzt. Auf fast jeder Seite. Aber sagen Sie das mal wem.
This public knows very well the distinction between wrestling and boxing; it knows that boxing is a Jansenist sport, based on a demonstration of excellence. One can bet on the outcome of a boxing-match: with wrestling, it wold make no sense. A boxing-match is a story which is constructed before the eyes of the spectator; in wrestling, on the contrary, it is each moment which is intelligible, not the passage of time.
Schön, dass es das auch online gibt: Roland Barthes' berühmten semiologischen Essay über Wrestling aus den Mythen des Alltags.
Das 136 Seiten starke Heft aus dem Verlag Axel Springer erscheint ohne Anzeigen oder Fotos und präsentiert in aller Ausführlichkeit Essays, Kurzgeschichten, Kolumnen, Gedichte und Zeichnungen. Außerdem gebe es in jeder Ausgabe ein Gespräch mit einer Persönlichkeit "so ellenlang, wie es bislang in keiner Zeitschrift zu finden war", sagt Herausgeber Kracht.
Aus einer kurzen Bekanntmachung in der Welt zum demnächst erscheinenden Literaturmagazin Der Freund, das Christian Kracht herausgeben wird. Da heißt es weiterhin:
Am besten lese sich "Der Freund" in der langsam erkaltenden Badewanne, am Sonntag, bei einer Tasse Tee und einer Zigarette.
Die TV-Werbung für die DVD-Veröffentlichung zu The Passion of the Christ (so hieß er doch, nicht?), die überhaupt nur noch mit der Kontroverse um den Film arbeiten will. Und zwar nicht einfach mit der Kontroverse im Sinne von "Viele hassen Ihn, aber Sie werden schon bemerken, dass das ein ganz großer Film ist", sondern bloß noch mit der Kontroverse als solcher: "Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil", heißt es. Mitstreiten können. Jaja.
Die Ingmar-Bergman-Unterschrift.
(Mal abgesehen davon, dass auf diese DVD-Box gewiss ganz sehnlichst gewartet werden darf.)
Über den neuen Film von Hou Hsiao-hsien, Café Lumière, der jetzt in Venedig im Wettbewerb läuft, ist zumindest in unseren Breiten so wenig berichtet worden, dass es sich schon lohnt, mal das den Film vorstellende PDF-File auf der Festival-Seite zu verlinken.
Das «Exercise Book» ist eben übervoll, und dies gewiss weniger «aus chronischem Papiermangel», wie so gern in der Proust-Literatur erklärt wird, denn aus Gründen der Bemächtigung des Materials. Schliesslich geht es um nichts Geringeres als um das Verhältnis des Lesers zu den Lettern auf der Seite [...]
Aus der NZZ von heute: Hendrik Feindt über den vor einigen Monaten bei Suhrkamp als Faksimile erschienenen, berühmten Proust-Essay Sur la lecture - Tage des Lesens.
Gewiss sehr schön und natürlich preislich dementsprechend.
Klingt ja irgendwo doch, als käm's aus einer Sage griechischer oder römischer Herkunft.
Trotzdem sei die Seite mal erwähnt:
nyclondon.com - black and white photography by r. gardiner
Sehr schöne Bilder. Vornehmlich wie der Name sagt aus New York City und London.
Auch mit Blog und Photolog.
His phantasmal reputation somehow survives his dozens of recent failures, which range from a two-minute video clip on Sarajevo to a four-hour meditation on cinematic history, consisting entirely of garbled, uprooted quotes.
(Peter Conrad, Observer | via filmfilter)
Der Mann braucht eindeutig die acht-Stunden-Version der Histoire(s). Die gibt ihm mehr Zeit.
Zum Nachdenken und so.
Spenden, anybody?
Die beste Seite im Netz zur ausführlichen Betrachtung der Qualität von Weltkino-DVDs, DVDBeaver.com, hat erhebliche finanzielle Probleme und steht unmittelbar vor der Schließung, wenn sich bis zum 31. August nicht genügend Spendengelder finden.
Der Betreiber der Seite, Gary Tooze, schreibt:
It is with deep regret that I am forced to write you at this time. I anticipated this day might eventually come but am nonetheless embarrassed by the current situation. I never envisioned that DVDBeaver would grow so rapidly to the extent that it has. I can no longer carry the personal financial burden for hosting and bandwidth charges which have grown substantially in the past few months.
Den hohen Stellenwert des "Beaver" hebt selbst Jonathan Rosenbaum hervor:
DVD Beaver has the irreplaceable feature of comparing frame enlargements from separate versions of the same film, and offering expert advice about which versions are better from other standpoints.
Mit der Schließung dieser Seite würde eines der seit jeher zuverlässigsten, passioniertesten und engagiertesten Informationsportale aus dem DVD-Bereich abhanden kommen.
Ich spende. Tun Sie's auch. PayPal-Link auf der Beaver-Seite.
Jonathan Rosenbaums Betrachtungen zu Robert Greenwalds momentan vielfach diskutierter "Agitdoc" gegen Fox News, Outfoxed: Rupert Murdoch's War on Journalism, sind vor allem deshalb lesenswert, weil mein hier auch gleich Schritt für Schritt miterleben darf, wie einer der wichtigsten lebenden Filmkritiker geradezu wie die "Kuh wenn's donnert" vor dem Wunderwerk namens DVD steht.
Hoch amüsant, wie er - einem kleinen Jungen gleich - immer wieder auf die Möglichkeiten seines neuesten Spielzeugs (mehr oder minder subtil) hinweisen möchte:
I'd momentarily forgotten I had only to hit "menu" on my remote to skip past this imposition, an option unavailable in theaters and less automatic on a VCR. [...]
Airmail postage isn't cheap, even for something as lightweight as a DVD [...]
Im Mittelteil gibt er sich dann aber doch wieder als jemand zu erkennen, der beileibe nicht zum ersten Mal mit DVDs umgeht, und listet eine Reihe an Veröffentlichungen des Marktes auf, von denen einige auch mir noch gänzlich unbekannt waren (und die koreanische Kurzfilm-DVD mit Resnais, Rivette, Pialat etc. ist ebenso verlockend wie der Kira-Muratova-Film, den er anführt).
Natürlich ist er auch voll des Lobes für die cinephilen Möglichkeiten der DVD-Technik, für das Wiedererstarken von "film societies" und die Einfachheit, mit der nun jeder - egal, wo er oder sie leben mag - an Weltkinomeisterwerke kommen kann. Und natürlich hat er recht und natürlich sind DVDs eine wunderbare Sache, die ich nicht missen möchte.
Aber mal ehrlich: Im Verhätlnis zu täglichen Kinobesuchen in der Pariser Cinémathèque während der 60er Jahre (wie in Rosenbaums Fall) sind sie doch bisweilen irgendwo nur eine recht maue Simulation.
Die aktuelle Ausgabe von Senses of Cinema hat neben einem neuen (und - wenn Sie mich fragen - nicht allzu schönen) Design vor allem einen ausführlichen Artikel (Alexander Jacoby: Hiroshi Shimizu: A Hero of His Time) zum beinahe vergessenen japanischen Meister Hiroshi Shimizu zu bieten. Während der Shimizu-Retro im Berliner Arsenal konnte ich im März diesen Jahres wenigstens einen Shimizu-Film, Notes of an Itinerant Performer (1941), sehen und der konnte mich bereits mit einigen wenigen Szenen ganz für sich einnehmen.
Hoffentlich irgendwann einmal mehr von alledem.
Außerdem im Magazin, was mir spontan auffällt:
Michael J. Anderson: 'Histoire de Marie et Julien': Jacques Rivette's Material Ghost Story
Darren Hughes: The New American Old West: Bruno Dumonts 'Twentynine Palms' (ein paar Gedanken meinerseits zu Dumonts neuem Film gibt's hier)
Peter Tonguette: “The Company of Magicians”: Orson Welles, Abb Dickson, Scarlet Plush, and Purple Hokum
Tony McKibbin: Too Cool for School: Social Problems in 'Elephant'
Maximilian Le Cain: Tarantino and the Vengeful Ghosts of Cinema
... und lots more.
Das meiste davon noch nicht gelesen, aber das sieht nach einer der "reichhaltigsten" Ausgaben der letzten Zeit aus.
Spiegel-Filmegucker Hüttmann schafft einmal mehr Erstaunliches und findet in Larry Clarks neuem Film Ken Park allerorten "Anrührendes", "Zärtliches" und "Behutsames". Nur am Ende fühlt er sich ein bisschen empört ob so viel Nacktheit und findet genau diejenige (durchaus harmonische, durchaus ein bisschen schöne) Szene "pornographisch", die keinem anderen Zweck als der Darstellung von körperlicher Liebe dient. Gut nur, dass alle anderen Sexszenen des Films derart bis zum Bersten mit Gewalt aufgeladen sind, dass Herr Hüttmann hier umgehend den bösen Pornographieverdacht zurückweisen kann.
Ungleich näher an der Wahrheit ist da schon Urs Richter bei filmtext.com.
Rocha: "This terrorism directed at the cinema is really bad. It’s bad right from the moment you classify a film as ‘art-house’. Because no one talks about ‘artistic’ paintings, or novels, or poems – yet they talk about ‘artistic’ films."
In diesem (jetzt wieder veröffentlicht im wunderbaren Rouge-Magazin; via filmfilter) 1970er-Gespräch zwischen Glauber Rocha, Jean-Marie Straub, Pierre Clémenti und Miklos Janscó ist zwar vieles nicht unbedingt meiner "Kinosicht" entsprechend, aber im obigen Punkt hat Rocha unzweifelhaft recht: Über das Kino wird anders gesprochen - zumindest weitläufig. "Künstlerisch" als besonders nennenswert; "a work of art" als Qualitätsurteil. Im Gegensatz aber zum "Cinema Novo"-Vater Rocha denke ich nicht, dass diese Form von kritischer "Belächelung" bloß ökonomische Hintergründe hat. Eher scheint mir der Grund dafür in der "Jugendlichkeit" der Kunst Film an sich zu liegen. Im "Jahrmarktursprung" gewissermaßen und auch in der angeblichen "Technokratie" des Films: dem "Wunderwerk", als welches die "laufenden Bilder" noch erscheinen; ein Wunder, das der Film als Kunst in seinem "Image" auch nach über 100 Jahren noch nicht ganz hat abschütteln können.
Mir erscheint das Kino nicht "tot" - vielmehr leidet es noch immer unter einigen Geburtsschwierigkeiten.
Am kommenden Sonntag bietet sich die Möglichkeit zu einer geradezu "entweltlichenden" Erfahrung: Premieres Klassiksender "Classica" zeigt den ganzen Wagnerschen Ring in der "Jahrhundertinszenierung" von Chéreau / Boulez (1980) mehr oder weniger am Stück: Das beginnt um 01:30 Uhr nachts mit 'ner halbstündigen Einführung und ab 15:15 Uhr geht es dann mit der Götterdämmerung in die letzten viereinhalb Stunden.
Zwischendurch gibt's noch eine Hommage an Pierre Boulez und einen Vergleich von verschiedenen Inszenierungsansätzen.
Nichts gegen ein einstündiges Pierre-Boulez-Portrait, aber in der Zeit... kann man ja dann mal was essen. Oder so.

Als Maler (oben: Portrait der Helene Berg, 1910) ist Arnold Schönberg wohl gemeinhin etwas weniger bekannt als für seine Kompositionen.
Aber schauen Sie sich nur einmal die Bilder an, die diese wunderbare Seite gesammelt hat.
Matzo Balls
New York
January
Bratwurst
Hanover, Germany
February
Pomme Frites
London, England
February
Maui Onions
Hawaii
February
Jalapeno Peppers
Texas
March
Pizza
New England
March
Pickled Quail Eggs
Texas
April
...
International Federation of Competitive Eating
- America's Fastest-Growing Sport!
wir machen's gut und schnelle
(Handzettel einer Reparaturwerkstatt in Stuttgart, Sommer 2003)
(Einzelhandelspoesie.de - sehr schöne Seite, gefunden dank gesprächsfetzen)
Endlich wieder: Eine halbe Stunde lang eine isolierte Stimme im Raum, das Wenden der Blätter, Menschen in einem riesigen Halbrund - einer dabei, der sich ganz einsam vorkommen muss. Eine Atmosphäre fast wie beim jüngsten Gericht: "Bringe nun vor, was du zu sagen hast!"
Das Urteil. Die Gerichts Juryvorsitzende Frau Radisch verdammt eilig fast jeden in drei, vier Sätzen zu ewigen Höllenqualen. Fast grotesk war das schon gestern, als sie sich der Autorin Simona Sabato zuwandte und mehr oder minder wörtlich fragte, ob sie die Jury wohl "verarschen" wolle. Vom Rest der Juroren bekam der Text dann zuweilen viel Lob und eine etwas ignoriert stehen gelassene Frau Radisch zog letztlich einiges dessen, was sie eingangs gesagt hatte, wieder zurück.
Zwischendrin: Die Wasserkaraffen, Unschärfeziehungen bei den Kamerafahrten, die Brillenränder der Jury, angestrengte Augen, Fäuste, die sich aufstützenderweise in die Wangen pressen.
Endlich wieder also: Die Übertragungen der Bachmann-Preis-Lesungen auf 3Sat.
Aristoteles hilft nicht mehr - Niklas Luhmann in der "Gesellschaft der Computer"
Sat. 1, 23:45 Uhr
Seine Trainerkarriere im Seniorenbereich begann van Marwijk 1990/91 beim FC Herderen in Belgien.
Aha.
(einmal mehr wunderbar: heute.t-online.de)
Kaum ist er in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet worden, schon gibt es ihn in Korea auf DVD: Chan-wook Parks viel beachteter Oldboy.
Gerade entdeckt: London leben - Notizen aus der grossartigsten Stadt der Welt, das sehr lebendige Blog eines Deutschen in London.
Durchaus lesenswert für Menschen mit einer gewissen Affinität zu dieser Stadt.
It's unbelievable that we get this question every so often. What do you think? OF COURSE WE ARE NOT PRO-PORN! Think people! Let's put the pieces of the puzzle together. Pastors. Church. Accountability. The PorNO! Pledge. Prayer Wall. Does that sound like we are pro-porn?´
(aus den FAQ der XXXChurch | via Spiegel Online)
Irgendwie hat man ja doch das Gefühl, bei diesem Namen sollten sich die Betreiber der Seite über derartige Fragen nicht wundern.
das muss gesagt werden, ist das neue Filmfilter-Blog bei Jump Cut:
Hier gibt es Links zu, Zusammenfassungen von deutschsprachigen Texten zum Film. Vorzugsweise, aber nicht ausschließlich abseits der ausgetrampelten Wege. Unser kleiner Film-Perlentaucher.
Außerdem: das Newsblog (Neuigkeiten zu Filmprojekten) und ein weiteres mit dem Titel Nichts als Film (Zitate aus Büchern, aus dem Netz, Trouvaillen und Kuriosa).
Auf dem anderen, dem Nicht-Weingartner-Empfang also sprach die famose Frau Weiss: "Wir haben den Durchbruch geschafft!" Als ob sie gerade höchstpersönlich die Marneschlacht gewonnen hätte. Panzergruppe Weiss marschiert auf Paris. Vor einem Jahr hatte sie an gleicher Stelle noch erklärt, dass Cannes ja längst nicht mehr so wichtig sei, schließlich hätten "wir" "unsere" Berlinale. Und überhaupt sei der Autorenfilm ja längst tot. Jetzt also der Durchbruch. Und wer ihr zuhörte konnte fast glauben, dass Christina Weiss und nicht Hans Weingartner Regie geführt hätte. "Fürchterlich" meinte ein Produzent ungefragt zum Auftritt der Ministerin. Wir wollen ihn hier jetzt lieber nicht mit Namen nennen, aber ein kleiner Independent ist er nicht.
(aus Rüdiger Suchslands Cannes-Tagebuch bei artechock.de)
Heute um 22:40 Uhr auf ARTE:
Die Ballade von Narayama von Shohei Imamura.
Der sei dringlichst ans Herz gelegt.
Gerade mal bei tvtv.de "Jean Gabin" in die Suche eingegeben, um zu sehen, was in den nächsten Tagen noch alles anlässlich seines 100. zu sehen sein wird, da fiel mir neben dem Film Der Bulle dessen kategorisierende zwei-Worte-Beschreibung auf: Unsentimentaler Gangsterfilm.
Demnächst auch: Unkomischer Historienfilm und Unerotische Dokumentation.
Guy Maddin has reached a new expressive plateau with The Saddest Music in the World. It reprises the key elements of his previous work -- the look and feel of scratchy late silents and early talkies (mainly black and white, with a few lush interludes in two-strip Technicolor) and themes involving Canada, amnesia and other forms of repression, war and wartime loss, oedipal conflict, mutilation, and unabated romantic despair -- all touched with deadpan comedy and melodramatic excess.
Jonathan Rosenbaum ist ganz und gar entzückt über The Saddest Music in the World, den jüngsten Film eines meiner Lieblingsfilmemacher der Gegenwart: Guy Maddin.
Sigrid Bauschingers neue Biographie über Else Lasker-Schüler. Vielfach gelobt. Vielleicht, nein, bestimmt sogar einen Blick wert.
MAHLER: Symphony No. 8
Universal Edition Score
Opportunity to own the score of one of
Mahler's greatest works.
Used, paperback edition, but very good condition.
Why not sing along!
(eBay.com)
Viel Spaß dabei.
Romane hingegen sind beleidigend, wirklich menschenunwürdig, sie erklären uns das kleinste beschissene Detail, als ob wir zu dumm wären, es selbst zu begreifen. [...] Die Zeit des Romans, des Geschichtenerzählens ist vorbei. Für mich ist das zumindest so.
(aus dem Kiarostami-Interview bei filmtext.com)
Geht es nur mir so, oder ist es wirklich ganz seltsam, einen Mann seines Genies in derartigem Dogmatismus sprechen zu hören?
[...] Art des Musizierens entsteht, die schlicht und einfach einen Haydn-Spaß macht und den Weg zu einem völlig neuen Verständnis bereiten könnte.
(klassik-heute.com)
Haydn-Spaß. Ich kann nicht mehr.
... die Geburt des Lesers.
Ja, aber trotzdem nicht schlecht:
As crass as it is visionary, 'Godzilla' belongs with—and might well trump—the art films 'Hiroshima Mon Amour' and 'Dr. Strangelove' as a daring attempt to fashion a terrible poetry from the mind-melting horror of atomic warfare.
(Jim Hoberman in Village Voice)
(via greencine)
Das Kritikdesaster von Cannes im letzten Jahr, Chloe Sevignys berüchtigte Blowjob-Szene, Gallos öffentliche Schlammschlacht mit Roger Ebert - all dieser Scheiß.
Und nun: dieser Trailer, den ich immer wieder und wieder anschaue.
Bestimmt ein Traum von einem Film. Das glaube ich.
(via filmforen)
Jean-Luc Godard habe sich spontan bereit erklärt, bei einer Fußballübertragung die Bildregie zu führen, berichtete Heller. Diese Übertragung könne dann eventuell bei «arte» gezeigt werden.
(Netzeitung, via filmforen)
Gestern ganz sicher gemeint, dass ich bei Amazon.com Baudrillards America zu einem fairen Preis und in 24-Stunden-Verfügbarkeit inklusive einem sehr schönen Einband entdeckt hätte. Auf der linken Seite, inmitten dieses Chaos aus Empfehlungen und zuletzt Angesehenem hatte es sich angeboten. Dann aber doch keine Zeit mehr gehabt und nicht angeklickt.
Jetzt finde ich nur noch das.
Und Tarantino ist der Superheld des Kinos. Der beste Regisseur nicht nur seiner Generation, auch der Gegenwart. Und mit dem Geniestreich "Kill Bill", seinem erst vierten Film in zwölf Jahren, ist sein Gesamtwerk noch immer ohne Makel.
Oliver Hüttmann ist gemeinhin ein bizarr guter Phrasendrescher. Aber vielleicht noch nie gelang es ihm so erstaunlich konsequent und schamlos, sätzeweise (fast) nichts zu sagen, wie in dieser Kill Bill Vol. 2-Kritik.
Und dann auch noch dieser dämliche, arrogant-verkleinernde, wegwischende Verweis auf die "Nörgler".
Was die 3Sat'sche Kulturzeit mit dem Endstufe-Autor macht, ist ja fast schon brutal.
Da schreibt man einen Roman (und 600 Seiten, mein Gott, das ist relativ viel) und man bekommt Tag für Tag, Woche für Woche von einem Magazin all die Fakten aufgetischt, die keine sind, all die Leute vorgeführt, mit denen man nicht geredet hat, obwohl es so in den Danksagungen steht und all die Nazipornos, die nun keine sein sollen.
Da fragt man sich doch so einiges. Zum Beispiel, ob Herr Kunkel absichtlich fälschte und wenn ja, wie dummdreist einer überhaupt sein kann. Oder war das einfach eine Kette von ganz und gar grotesken Missverständnissen, Verwechslungen und Fehleinschätzungen, die sich auftürmten, mehr und mehr wurden, dann irgendwann gar einen Dominoeffekt aus Falschem provozierten?
Letztlich: Egal.
Den meisten Respekt habe ich hingegen vorm Herrn Praschl vom Sofa, der den ganzen Mist gelesen hat.
fuckhead - insult used in American films in the 80s that thought they were hip
fuck, yeah (pronounced fak! yehhh) - an emphatic agreement to any given suggestion when in Australia
fucking aye, mate (pronounced fak' n'ey, mey(t)) - an emphatic agreement to any given suggestion when in New Zealand
(Quelle: gleich nochmal concreteelephant.com)
Roly wasn't the only Cultural Studies maven to meet an ironic death. Consider the fate of Michel Foucault, who anatomised carcerial society and the inter-related evils of hospitals, prisons, sexuality and mental 'health' and recommended the search for 'heterotopia', the other place. Went off his face somewhere in Arizona, with every known mind-bending chemical coursing through his veins, had a mass shag-in and got AIDS. Or Gilles Deleuze who, I'm reliably informed, flung himself out of a high window and BECAME a body without organs. Best of all, Marinetti, author of the Futurist Manifesto, exhalting The Machine, Electricity and Speed, all the groovy things about The City. Hit by a tram.
(Quelle: conctreelephant.com)
Dass es ja eine kurze Kritik von Knörer zu L'Humanité gibt. Sehr interessant: Der Verweis auf den Jansenismus in Dumonts Film(en).
Bresson war Jansenist (und Dumont ist Atheist mit einer Faszination für Christus-Figuren). Äußerst reizvoll wäre es, hier einmal etwaige Parallelitäten nicht nur im (recht offensichtlich ähnlichen) Stil, sondern gerade in diesen religiösen Betrachtungsweisen abzustecken.
Außerdem:
Die Masters of Cinema-Seite mit einem recht kreativen (wenngleich eindeutigen) Aprilscherz.
Und:
Kiarostamis Where is the Friend's Home? ab 28. April auf einer - wie es aussieht - guten DVD (inklusive Audiokommentar von Kiarostami selbst !Ausrufezeichen!). Zeit, die VHS im Regal nach hinten zu räumen und sich auf hoffentlich mehr Veröffentlichungen aus seinem Schaffen von vor 1990 zu freuen.
Gerade eine eMail bekommen.
Absender: editor@film-philosophy.com
Ich öffne die Mail. Darin bloß das Wort "her", im Anhang eine *.zip-Datei mit dem Namen "material_wife".
Haha.
Dieses Soundfile mit Kommentaren zum Film von Ebert und Roeper ist geradezu unsäglich borniert. Die beiden Herren sehen scheinbar sowieso nur, was sie (nicht) sehen wollen.
Hier eine recht einseitige und kaum das Potential des Films ertastende Kritik von David Edelstein zu Dogville, die fast stellvertretend steht für die amerikanische Presselandschaft, welche (mit der Ausnahme von Jim Hoberman in einer jüngeren Ausgabe von Sight & Sound) wenig auf die filmtheoretischen Dimensionen von von Triers Film einzugehen bereit scheint.
Die kritische Rezeption in Deutschland war da nachdenklicher und weitergehender, vor allem in formalästhetischer Hinsicht. Genannt seien Knörer hier und Seeßlen hier.
(Edelsteins Kritik via greencine daily)
Außerdem gefunden (via verflixt und zugenewst!): Den Filmkanon des österreichischen Magazins Profil, bzw. den von einer Reihe an "Kennern", die Profil befragt hatte. Darunter Taubin, Karmakar, Haneke, Scorsese, Hoberman, Jones, Thomson, Andrew etc.
Ehrliche Meinung: Das Ding ist gar nicht so schlecht.
Mein Gott, bin ich froh, das hier zwar auch alles hören zu können, mich aber davon trotzdem nicht unbedingt gestört zu fühlen; geschweige denn, Kopfschmerzen zu bekommen.
Manche sind wirklich gestraft.
Gerade vorbestellt: Diese (erste) DVD zu Twentynine Palms, dem neuen Film von Bruno Dumont.
Nach meiner großen Zuneigung zu Dumonts ersten beiden Filmen, La Vie de Jésus (1997) und L'Humanité (1999), zählt dieser unbedingt zu den aktuellen Filmen, die ich kaum erwarten kann.
Vor allem, wenn man liest, wer diesen Film alles hasst und wer ihn liebt.
So viele Filme, die ich so (via new filmkritik, via sofa) gerne einmal dargestellt sehen würde.
Zwar ein später Hinweis, jedoch besser als keiner:
3Sat erinnert nachher ab 22:25 Uhr an Sergei Parajanov, der am 18. März 80 Jahre alt geworden wäre.
Gezeigt wird zunächst der neuere (2001) Dokumentarfilm Sergej Paradjanov: Mein ist die Welt der Schönheit und im Anschluss daran Parajanovs berühmtester Film: Sayat Nova (Die Farbe des Granatapfels, 1968).
Parajanov: Einer von den Filmemachern, bei denen ich nie gedacht hätte, dass man sie mal im hiesigen Fernsehen zu sehen bekäme.
gestern morgens, als es im frühstücksfernsehen 16 oder 30 tote waren, gestern mittags, als es auf spiegel online 170 tote waren, gestern abends, als es in den spätnachrichten 197 tote waren mit der prognose, dass es nachts über 200 tote werden würden, heute morgen, als es 198 tote waren. wie einem nichts einfällt, wie einem keine wörter, keine empfindungen, keine vernunft mehr beistehen, wie jede analyse, jede vermutung, jedes bild, jede information nichts mehr auslöst in einem. nichts, schwärze, decken, die über zerfetzte körper geworfen werden, nichts, schwärze. wie es einen nicht mehr interessiert, was damit gezeigt und gesagt werden wollte, wie es einen nicht mehr interessiert, wer die bomben gezündet hat, denn die einen feinde der menschheit sind wie die anderen. wie man sich, egal, schwärze, decken, die über zerfetzte körper geworfen werden, schwärze, nichts. jetzt, da es bei usa today 198 tote sind, jetzt, da die body counts in schon längeren abständen kommen.
(Quelle: sofa)
Das Berliner Arsenal-Kino zeigt gegenwärtig zwölf Filme von Hiroshi Shimizu. Wie seine Kollegen und Weggefährten Naruse und Ozu war auch Shimizu ein langjähriger Regisseur bei Shochiku und wurde von Mizoguchi so beschrieben:
Leute wie Ozu und ich bringen Filme durch harte Arbeit zustande, aber Shimizu ist ein Genie.
(Quelle)
Eine Rezension zu Shimizus Film Hachi no su no Kodomotachi (Children of the Beehive, 1948) von Ekkehard Knörer kann hier gelesen werden.
Ich brauche eine BahnCard.
Dies mag zunächst aussehen wie eine Fetisch-Pornoseite, ist in Wahrheit aber die Internetpräsenz des neuen Films von Takashi Miike*, Hana to Hebi.
Die Art, wie Miike Bilder wie Faustschläge macht, hat was von einem potenzierten Peckinpah.
(via: filmforen.de)
*Korrektur:
Der Film ist von Takashi Ishii, nicht Miike. Ich sagte ja schon: Nur mit viel Glück überhaupt durch den Führerscheinsehtest gekommen.
Danke an den anonymen Hinweisgeber.
Hier ein Hinweis auf einen grotesken Fall, dem (zumindest meine) Solidarität zukommt:
The Hamburg Foundation for the Advancement of Science and Culture, presided by Jan Philipp Reemtsma, has just advanced science and culture to a whole new
level: Sebastian Luetgert, the founder of textz.com, is facing a warrant of
arrest and may go to jail if he fails to pay more than 2,300 euros in damages
for the alleged copying of two essays by Theodor W. Adorno that the foundation
claims as their "intellectual property". Reemtsma was kindly asked to settle,
but refused.
Die Konsequenzen, die Herr Lütgert abzusehen hat, sind erhebliche und zum besseren Verständnis der Problematik sei die Lektüre des eMail- und Briefkontakts zwischen dem Betreiber der Seite und den Anwälten der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur angeraten.
Herr Lütgert hat sowohl eine Petition, als auch einen Spendenaufruf eingerichtet.
Siehe auch textz.com/adorno für alle verfügbaren Informationen.
Resnais was the filmmaker who had taken me away from childhood or rather who had for three decades made me a serious child. And he is precisely the one with whom, as an adult, I would never share anything. I remember that at the end of an interview – for the release of "La vie est un roman" – I thought useful to tell him about the shock of "Hiroshima mon amour" in my life. He thanked me, courteous and distant, as if I had said something nice about his new raincoat. I was upset but I was wrong: the movies that have watched our childhood cannot be shared, even with their author.
Eigentlich ist es genau das. Der prinzipielle Grund, warum über Filme unbedingt geschrieben werden muss. Denn im Schreiben (wenngleich dann jedoch auch nur im Schreiben an und für sich selbst) liegt scheinbar ein recht kleiner Filter zwischen der Initimität und Einsamkeit im Akt des Aufsaugens von Bildern und dem Versuch der Wiedergabe dieser Erfahrung.
Das alles bricht aber dann auf, wenn es uns selbst verlässt, wenn es - wie hier mit Alain Resnais - auf einen ganz natürlich anderen Wahrnehmungskosmos trifft. Das ganze Dilemma der Kommunikation von Rezipiertem ist bei Daney in einem Absatz zusammengefasst; und er war einer von jenen, die es vermochten, uns dieses Leid in den besten Momenten weniger schmerzlich erscheinen zu lassen.
| Sun | Mon | Tue | Wed | Thu | Fri | Sat |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 |