Fetch(Lynn-Maree Danzey, 1998; Kino, OF) [Kurzfilm]
*** (gut)
Klassische Kurzfilmkomödie. Ein Date, ein Hund, fast alles geht schief: die haarsträubenden Probleme jedoch lösen sich (durch finstersten Humor und knallig-grotesken deus-ex-machina-Einsatz) quasi von allein. Die Schlusseinstellung des "Erlösten" fand ich durchaus amüsanter als die beiden Hauptpointen selbst.
Vozvrashcheniye /
Die Rückkehr(Andrei Zvyagintsev, 2003; Kino, DF)
**** (sehr gut)
Hier.
Wolfsburg(Christian Petzold, 2003; VHS, OF)
**** (sehr gut)
Was für eine dramatische Ironie in diesem Film wohnt: Da überfährt einer einen kleinen Jungen, der an den Folgen stirbt, lernt die Mutter kennen, verliebt sich - im (zumindest anfänglichen) beiderseitigen Unwissen vom "Hintergrund" des anderen. Ein Drahtseilakt, den Petzold da aufspannt und größtenteils meisterhaft bewältigt. In einer Regie, die immer davon profitiert, dass der Zuschauer schon alles weiß, hier geradezu gottgleich bis in die Details die Leben der beiden Hauptfiguren kennt. Dadurch erreicht plötzlich alles Gewicht. Flüchtige Blicke beim Treffen am Kaffeeautomaten im Krankenhaus, in dem der Sohn verstirbt, Annäherungsversuche, gemeinsames Essen, versuchte Wiedergutmachung. Und immer haucht ein kleiner Schimmer der potentiellen Katastrophe, dem
Wissendwerden um den Gegenüber über allem. Aber das ist nie mehr als ein grausam-ironisches Antlitz, das wie ein mattes Licht die Szenen flutet. Nuancen an endloser Tragik, die jeder noch so kleinen Geste an Zärtlichkeit tief fragile, aber dadurch auch wunderbar empfundene Anstriche geben. Was am Ende geschieht - der Bruch; ein Ende, das genau so geschehen muss, um dem Vorangegangenen große Gültigkeit und Kraft zu verleihen - ist quasi die Nacht nach dem
last day on earth.